Nachwuchs-Betreuung : Neue Gebühren für Kita und Krippe

Bei den Kleinkindern unter drei Jahren steigen die Betreuungskosten ab 1. Januar um 92 Euro im Monat, denn: Die Krippe braucht mehr Personal als jede normale Kita-Gruppe. Die Stadt Kiel verabschiedet sich mit ihrem Modell vom Gleichheitsgrundsatz für alle Altersstufen und legt gleichzeitig eine neue Sozialstaffel mit höheren Einkommensgrenzen vor.

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28. Dezember 2014, 18:13 Uhr

Schon vor einem halben Jahr beschlossen, tritt sie in wenigen Tagen in Kraft: Zum 1. Januar greift die neue Gebührenordnung für die Kindertagesbetreuung, verbunden mit einer ebenfalls neu aufgelegten Sozialstaffel. Mit dieser ersten Überarbeitung seit fast zehn Jahren geht die Stadt auf die seither erfolgten Veränderungen ein, insbesondere auf die verstärkte Einrichtung der Krippenplätze für unter dreijährige Mädchen und Jungen. In diesem personalintensiven Bereich gibt es denn auch die stärksten Gebührensteigerungen.

So zahlen Eltern für den Acht-Stunden-Platz ihres kleinen Krippenkindes künftig 320 Euro an Betreuungskosten (vorher waren es 240 Euro). Zugleich steigt die Pauschale für das warme Mittagessen um 28 auf 40 Euro. Anders ausgedrückt: In der Krippe klettert die Gebühr für die Betreuung zwischen 8 und 16 Uhr im neuen Jahr um 92 auf dann 360 Euro pro Monat.

Bildungsdezernentin Renate Treutel begründet diese Anhebung mit den höheren Kosten. Der Krippenplatz schlägt mit 1450 Euro für die Stadt mehr als doppelt so stark zu Buche wie der Platz im Elementarbereich für die Drei- bis Sechsjährigen (675 Euro). Der Personalschlüssel ist für kleine (Windel)Kinder doppelt so hoch, das ist gesetzlich vorgegeben. Sprich: Die Gruppengröße in der Krippe macht nur die Hälfte einer normalen Kitagruppe aus, wo die monatliche Gebühr um bescheidene 8 Euro auf 248 Euro wächst.

Mit der neuen Tabelle folgt die Stadt nach den Worten von Renate Treutel den Realitäten. Auch im juristischen Bereich sei immer wieder kritisiert worden, dass Kiel für sämtliche Betreuungsarten eine einheitliche Gebühr erhoben habe.

Zugleich greift im neuen Jahr die neue Sozialstaffel. Bisher erhielt beispielsweise ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Monatseinkommen von maximal 1500 Euro einen kostenlosen Kita-Platz für den Nachwuchs. Künftig liegt die Einkommensgrenze bei 1912 Euro. Bei Alleinerziehenden steigt der Freibetrag von 1200 auf 1545 Euro, beim Vier-Personen-Haushalt von 1800 auf 2284 Euro, in der fünfköpfigen Familie von 2100 auf 2651 Euro. Neu ist dabei auch, dass sich die Eltern etwa die täglichen Fahrtkosten zur Arbeitsstelle anrechnen lassen können. Und die Summe, die dann über der Einkommensgrenze liegt, wird zu 45 Prozent für die Kinderbetreuung angesetzt.

Zugleich gibt es „Rabatt“ für Geschwisterkinder. Fürs zweite Kind sind nur 50 Prozent der Gebühr zu zahlen, das dritte Kind ist frei. Zu den Neuerungen der Gebührenordnung gehört auch die Einbeziehung der „Randzeiten“ in der Betreuten Grundschule. Für die Zeit von 7 bis 8 Uhr am Morgen beziehungsweise von 16 bis 17 Uhr am Nachmittag sind jeweils 31 Euro monatlich zu zahlen, das entspricht den Sätzen in der Kita. Und schließlich gilt für die Betreuung in den Ferien ein Tagessatz von 7 Euro.

Eltern, die von der neuen Gebührensatzung betroffen sind, erhalten in diesen Tagen einen offiziellen Bescheid der Stadt. Für weitere Anfragen steht das Amt für Schulen im Rathaus unter Tel. 0431  /  901  -  33  27 zur Verfügung.

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