Bummel durch die Museen : Nachtschwärmer(in) gesucht

Einladung zur Nacht der Museen:  Kultur-Dezernentin Renate Treutel (Mitte) mit Angelika Stargardt (l.) und Pia Behnke
Einladung zur Nacht der Museen: Kultur-Dezernentin Renate Treutel (Mitte) mit Angelika Stargardt (l.) und Pia Behnke

Am nächsten Freitag zeigen bei der beliebten Museumsnacht 26 Häuser wieder ihre Schätze. Das Rundum-Ticket gibt es bereits für 10 Euro. Es deckt nicht nur den Eintritt, sondern auch den Busverkehr und sogar die Fördeschifffahrt ab.

shz.de von
23. August 2018, 19:28 Uhr



Renate Treutel hatte wahrlich Grund zur Freude. Am Abend kürte die Ratsversammlung die bisherige Stadträtin für Schule, Jugend und Bildung ganz offiziell auch zur Kultur-Verantwortlichen – aber schon am Vormittag war sie mittenmang dabei, um das Programm der Museumsnacht vorzustellen. Renate Treutel genoss ihre „Premiere“. Immerhin handelt es sich bei der Großveranstaltung am Freitag, 31. August, um eines der städtischen Vorzeigeprojekte. Die Besucher werden seit mittlerweile 19 Jahren stets zu Tausenden gezählt.

Ob nun Kunsthalle oder Ofenmuseum, Atelierhaus im Anscharpark oder Flandernbunker, Kieler Kloster oder die Alte Howaldtsche Gießerei – alle teilnehmenden Häuser locken zur Museumsnacht mit originellen, skurrilen, historischen, auf jeden Fall unterhaltsamen Angeboten. Die beiden Chef-Organisatorinnen Angelika Stargardt und Pia Behnke stellten gestern einige Höhepunkte vor.

So treibt im Brunswiker Pavillon „Jack the Dripper“ sein Unwesen beim Actionpainting. Der Kunstraum B zeigt ein Theaterstück, bei dem sich zwei Mörder auf den Fluren des Arbeitsamtes begegnen – sie sind ihr blutiges Handwerk leid. Die Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung baut einen Spielsalon nach, wie man ihn vor 200 Jahren auch im Kieler Badehaus an der Förde vorfinden konnte. Taler verteilt der eigene Croupier allerdings nicht, er gibt aber Fruchtbonbons ab.

Der Warleberger Hof unterhält sein junges Publikum im Gewölbekeller mit Märchen und Sagen. Die Landesbibliothek öffnet ihr Depot und zeigt den Gästen originale Handschriften von Einstein und anderen Prominenten. Sogar ein lebendiges Aktmodell ist für die Museumsnacht gebucht – in der Stadtgalerie können sich Gäste am feinen Strich auf dem Zeichenbrett versuchen. Erstmals nimmt das Maritime Viertel in der Wik an der Museumsnacht teil. Es wartet ebenfalls mit einer Besonderheit auf – mit einer optischen Reise in die Vergangenheit. Die Modellausstellung zeigt den Besuchern, wie es in Kiel in den 20er- und 30er-Jahren aussah.

Einzelheiten zur Museumsnacht:

❍ An der Veranstaltung am Freitag, 31. August, sind 26 Häuser beteiligt, sechs von ihnen liegen auf dem Ostufer.

❍ Karten (genauer: die gelben Bändchen) gibt es im Vorverkauf in den Museen, in der Tourist-Info, im Citti-Park und im Umsteiger am Bahnhof. Sie kosten 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, und berechtigen zum Besuch aller Häuser. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben generell freien Eintritt. An der Abendkasse liegt der Preis bei 12 beziehungsweise  8 Euro.

❍ Mit den Bändchen ist der Busverkehr innerhalb der Kieler Verkehrszone kostenlos. Außerdem kann man – ebenfalls zum Nulltarif – mit der „MS Stadt Kiel“, dem Traditionssegler „Seestern“ oder dem Fördedampfer zwischen Ost- und Westufer pendeln.

❍ Zwischen den einzelnen Häusern verkehrt zudem ein eigener Museumsexpress. Fahrpläne hängen in den Häusern aus.

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