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Kiel-Suchsdorf : Nach Tod eines Rentners - Mordanklage

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Unter mysteriösen Umständen ist ein Rentner in Kiel ums Leben gekommen – seine Leiche wurde erst nach tagelanger Suche am Nord-Ostsee-Kanal gefunden. Ein Mann wurde festgenommen. Jetzt muss der 46-Jährige sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 14:45 Uhr

Kiel | Der gewaltsame Tod des 82-jährigen Klaus-Heinrich Just aus Kiel-Suchsdorf gibt auch nach einem halben Jahr noch Rätsel auf. Was genau im Oktober 2013 passierte, ist nach wie vor nicht geklärt. Doch die Staatsanwaltschaft hält die Indizien für ausreichend: Ein 46 Jahre alter Mann muss sich für den Tod des Kieler Rentners vor Gericht verantworten. Rund sechs Monate nach der Tat erhebt die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen Stefan M.. Das bestätigte der Kieler Gerichtssprecher Sebastian Brommann am Mittwoch.

Der Angeklagte muss sich wegen Mordes aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat verantworten. Der Indizienprozess werde zügig terminiert. Der 46-Jährige hat sich bisher nicht zu der Tat geäußert – seit dem 11. Oktober sitzt er in Untersuchungshaft. Nach einem halben Jahr Untersuchungshaft muss ein Fall vom Oberlandesgericht geprüft werden.

Laut Anklage beraubte er den Rentner am 4. Oktober 2013 in dessen Haus in Suchsdorf. Um nicht entdeckt zu werden, soll er ihn danach getötet haben. Auf seiner Flucht soll er mit der EC-Karte des Opfers knapp 3000 Euro von Geldautomaten abgehoben haben. Überwachungskameras in Kiel sowie in Alsleben (Sachsen-Anhalt) und Burglengenfeld (Bayern) zeigen allerdings nur einen Mann in Motorradkleidung. Die Mordkommission fand heraus, dass Stefan M. am 6. Oktober, dem Sonntag nach dem Verschwinden des Rentners, in einem Hotel in Bartholomä wohnte und am Tag darauf in Schwäbisch Gmünd (beides Baden-Württemberg) war. M. schweigt zu den Vorwürfen.

Die Suche nach der Leiche des Kielers dauerte mehr als zwei Wochen.  Über „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wurde die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten. Die Ermittler waren sich schnell sicher, dass ein Verbrechen vorlag – im Haus des Vermissten schlugen Leichenspürhunde an. Der Tote wurde schließlich am Nord-Ostsee-Kanal gefunden, nur sechs Kilometer vom Wohnort des Rentners entfernt.  Erst der Zufall half den Ermittlern: Bei einer Schatzsuche per GPS, dem sogenannten Geocaching, stieß ein Mann auf die Leiche. „Sie lag auf der Nordseite der Alten Levensauer Hochbrücke im Unterholz“, so Polizeisprecher Bernd Triphahn. Sehr wahrscheinlich sei der Tote dort abgelegt, nicht von der Brücke geworfen worden. Spuren äußerer Gewalt seien zunächst nicht zu erkennen gewesen.

Der Angeklagte soll aus dem Stuttgarter Raum kommen und arbeitslos sein. Mit seiner Ehefrau lebte er in Kiel in einem Mehrfamilienhaus – nur einen Kilometer entfernt von Klaus-Heinrich Just. Kontakt zu Just hatte das Paar, weil es dem allein lebenden Rentner, der nach einer Rückenoperation gehbehindert war, im Haushalt geholfen haben soll. Vor zehn Jahren kam der Angeklagte nach Schleswig-Holstein, wo er wegen Kfz-Hehlerei und Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden sein soll. 

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