Kiellinie : Nach Jahren des Wartens endlich neue Promenade

Seit Jahren ist der 500 Meter lange Abschnitt gesperrt.  CA
Seit Jahren ist der 500 Meter lange Abschnitt gesperrt. CA

Seite 2015 ist ein 500 Meter langer Abschnitt der Kiellinie vor dem Kieler Yachtclub wegen Einsturzgefahr gesperrt: Das Salzwasser hat die Spundwand zerstört. Jetzt soll es an die Sanierung gehen. Die Stadt kalkuliert mit Kosten von 10,6 Millionen Euro.

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26. Oktober 2018, 18:41 Uhr



Drei Jahre nach dem Aufstellen der ersten Absperrgitter steht die Planung für die ersehnte Sanierung der Promenade an der Kiellinie. In einem 500 Meter langen Abschnitt vor dem Kieler Yachtclub ist die Spundwand rostig und löchrig. Das eingedrungene Salzwasser bedroht die Stabilität, aus Sicherheitsgründen ist das Betreten dieser Zone verboten.

Die Schäden sind mittlerweile so groß, dass eine einfache Reparatur gar nicht mehr in Frage kommt, wie Stadträtin Doris Grondke in einer Vorlage schreibt. Die Kosten für eine „neue rückverankerte Spundwand“ kalkuliert ihr Amt auf 10,6 Millionen Euro. Dabei haben sich die Experten für ein Verfahren entschieden, das vor die morsche alte Spundwand eine neue Absperrung setzt. Die Zwischenräume werden anschließend verfüllt. Sämtliche Arbeiten soll vom Wasser aus erledigt werden.

Das hat den Vorteil, dass man ohne gravierende Straßensperrungen auskommt. Außerdem wird auf elegante Weise die Promenade verbreitert. Wie schon in anderen Bereichen der Förde (etwa am Ende der Hörn) dienen die abgestuften Übergänge als Sitzmöglichkeit. Die „Aufenthaltsqualität“, von der Politiker so gerne sprechen, wächst sichtbar. Andererseits ist der Eingriff in die ufernahe Fauna und Flora erheblich. Die Förde muss auf mindestens 2,20 Meter Tiefe ausgebaggert werden – Voraussetzung dafür, dass die schwimmenden Arbeitsgeräte überhaupt zum Einsatz kommen können.

Findet der Vorschlag von Doris Grondke die Zustimmung der nächsten Ratsversammlung, könnte im Frühjahr 2019 die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen. Dabei kann die Stadt auf Zuschüsse von Seiten des Landes hoffen. Welchen Anteil an den knapp elf Millionen Euro dies ausmachen könnte, ist allerdings noch nicht bekannt. Und es gibt noch eine zweite Unbekannte in den Planungen. Bei der vorläufigen Auswertung der ersten Bodenuntersuchung sind nicht weniger als 921 Verdachtspunkte aufgefallen. Die Bergung alter Kampf- und Munitionsreste könnte die Kosten also noch in die Höhe treiben.

Die neue Spundwand soll Auftakt sein für das Großprojekt „Kiellinie und Düsternbrook“. Für die neue Gestaltung der gesamten Promenade will die Stadt einen Wettbewerb ausschreiben. Doch das dauert noch Jahre – und so lange dürfte die rostige Wand nicht mehr halten.

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