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„Thor Heyerdahl“ : Nach 191 Tagen auf See endlich zurück in Kiel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die „Thor Heyerdahl“ wurde gestern am Seefischmarkt mit Jubel empfangen. Ein gutes halbes Jahr war sie als Klassenzimmer unter Segeln mit 34 Zehntklässlern unterwegs.

Transparente, Musik, Blumen und viele Freudentränen gab es gestern Morgen am Kieler Seefischmarkt: Nach exakt 191 Tagen und knapp 13  000 Seemeilen machte der Dreimast-Toppsegelschoner „Thor Heyerdahl“ wieder an der Schwentinemündung fest. Neben der Stammbesatzung waren auch 34 Zehntklässler aus ganz Deutschland an Bord, die an der Reise im Rahmen des Projekts „Klassenzimmer unter Segeln“ (KUS) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg teilgenommen hatten.

Die Reise hatte sie über Teneriffa in die Karibik und anschließend über Kuba und die Bermudas zurück nach Kiel geführt. Zu Weihnachten, für die meisten Schüler das erste Mal fern der Familie, lag die Besatzung mit ihrem Segler vor Panama. Auf dem Rückweg nahm die „Thor“ am Traditionssegler-Treffen in London teil, zum Abschluss führten die Schüler das Schiff in Eigenregie zurück nach Kiel.

Hier erwartete sie ein Empfang der besonderen Art. Nicht nur, dass das Schiff erstmals über die Toppen geflaggt war, als es einlief, auch das Empfangskomitee war hochkarätig. Neben Ministerpräsident Torsten Albig und Landtags-Vizepräsident Bernd Heinemann wartete auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel auf den Kieler Traditionssegler. „Ihr seid reifer, größer und stärker geworden auf der Reise und habt Erfahrungen gemacht, die euch keiner mehr nehmen kann“, wandte sich Albig an die Schüler.

Michael Saitner, Vorsitzender des Vereins „Thor Heyerdahl“, dankte Gabriel dafür, dass er noch in seiner Zeit als Wirtschaftsminister im Kabinett die „unsinnige Vorlage“ von Verkehrsminister Dobrindt über strenge (und teure) Auflagen für Traditionsschiffe vorerst gestoppt hatte. Gabriel, selber Segler, will nach eigenen Worten dazu beitragen, dass auch künftige Generationen die Möglichkeit haben, am KUS-Projekt teilzunehmen. „Ihr habt in dem halben Jahr mehr gelernt, als ihr in der Schule hättet lernen können“, so Gabriel.

Neben dem Unterricht standen auch seemännisches Handwerk und nicht zuletzt die Toleranz gegenüber fremden Menschen und Kulturen auf der Agenda. Im Gespräch mit Saitner betonten Gabriel wie Albig, dass es wichtig sei, maritime Traditionen zu bewahren. Auch Heinemann ist überzeugt, dass sich Lösungen finden werden: „Wenn der politische Wille vorhanden ist, ist es auch machbar.“ Heinemann sieht Parallelen zur Genehmigung der historischen Paternoster – diese bautechnische Frage wurde ja auch gelöst.  

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erstellt am 23.Apr.2017 | 18:16 Uhr

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