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Bluttat in Eckernförde : Muss der Täter in die Psychiatrie?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Verfahren gegen einen 20-jährigen Mann aus Eckernförde, der nachts mehrfach auf seine Mutter eingestochen hatte, wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Das gab der Richter der 2. Strafkammer am Kieler Landgericht gleich zu Beginn der Verhandlung bekannt. Mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des Heranwachsenden und die familiären Verhältnisse wird das Verfahren hinter verschlossenen Türen geführt. Es geht dabei um die dauerhafte Einweisung in die Psychiatrie, das Urteil wird für Mitte erwartet.

Die Tat hatte weit über Eckernförde hinaus für Aufsehen gesorgt. In der Nacht zum 30. Oktober 2015 war der junge Mann gegen 1.30 Uhr in der gemeinsamen Wohnung an der Langemarckstraße mit einem Küchenmesser in der Hand ins Schlafzimmer seiner Mutter eingedrungen und hatte unvermittelt auf die Schlafende eingestochen. Insgesamt 15 Stiche zählten die Mediziner später am Kopf, am Hals, an den Schultern und am Rumpf. Die schwerverletzte Frau schrie um Hilfe und versuchte zu fliehen. Sie schaffte es bis zur Wohnungstür, glücklicherweise fiel ihrem Sohn bei der Verfolgung das Messer aus der Hand. Als dann ein aufgeschreckter Nachbar der Frau zu Hilfe eilte, war für den Sohn die Attacke endgültig beendet.

Die Frau wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt, sie erlitt hohe Blutverluste und lag lange auf der Intensivstation, wie der Staatsanwalt erklärte. Auch er geht davon aus, dass der angeklagte Sohn zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war. Unter welcher psychiatrischen Erkrankung er litt und wie stark sie sein Verhalten prägte, werden an den nächsten Verhandlungstagen die Berichte der Gutachter belegen. Insgesamt vier weitere Termine hat die Strafkammer angesetzt, voraussichtlich am 13. Mai soll dann die Entscheidung über die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt fallen.

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erstellt am 12.Apr.2016 | 12:09 Uhr

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