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ABRISS DER Reventloubrücke : Munitionssuche im Förde-Schlamm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach drei Wochen Verzögerung hat jetzt der Abriss des maroden Fähranlegers Reventloubrücke begonnen. Derzeit wird der Asphalt abgetragen. Parallel überprüfen Taucher den Grund der Kieler Förde rund um die Brücke auf alte Kampfmittel.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 06:15 Uhr

Die Bagger rollen. Die Asphaltdecke wird Stück für Stück aufgebrochen und „abgeschält“, wie die Experten sagen: Mit drei Wochen Verspätung haben die Abrissarbeiten des alten Fähranlegers Reventloubrücke an der Kieler Förde begonnen. Parallel taucht eine Spezial-Firma seit gestern den Innenbereich der Steganlage nach alten Kampfmitteln ab. Schon jetzt ist absehbar – die dafür anberaumten zehn Tage könnten knapp werden. Zu viel Schrott liegt auf dem Grund der Förde.

Es sind sichtbare erste Schritte im Projekt um den Abriss und rund 4,6 Millionen Euro teuren Neubau eines barrierefreien Anlegers für die öffentlichen Förde-Fähren der Landeshauptstadt. Ursprünglich hatten die Arbeiten schon Mitte Juli beginnen sollen. Doch Schwierigkeiten mit einer fehlenden behördlichen Genehmigung für den 300 Meter entfernten Ersatzanleger Blücherbrücke hatten zur Verzögerung und Verwirrung bei Fahrgästen geführt. Fahrräder von Privatpersonen, die noch auf der Reventloubrücke abgestellt waren, hatten den Beginn der Abrissarbeiten zusätzlich hinausgezögert (wir berichteten).

Bereits im März suchte der Kampfmittelräumdienst die Förde rund um den Fähranleger per Sonar nach alten Bomben aus den Weltkriegen ab, damit es bei den aktuellen Bauarbeiten nicht zu Verzögerungen kommt. Nun müssen Taucher einer Kampfmittelbergungsfirma ran – eine Auflage des Landes. Warum, das erklärt Andreas Lade aus dem Tiefbauamt, der das Projekt für die Stadt leitet: „Der Einsatz im März war nicht ausreichend, weil die Magnetsonde empfindlich auf Stahl reagiert. Da in der Brücke Stahl verbaut ist, gab es im direkten Umfeld ständig Störfelder.“ Für die Spezialisten sei nicht zu klären gewesen, ob Stahlteile oder Munitionsreste Ursache dafür waren.

In einem Bereich von drei Metern rund um die Reventloubrücke wühlen sich deshalb jetzt Taucher Meter für Meter durch meterdicken Förde-Schlamm – echte Drecksarbeit. Ohne Sicht. Der Funkkontakt zu Kollegen auf einer Tauch-Plattform und eine Unterwasser-Sauganlage helfen. „Das in zehn Tagen zu schaffen ist eine sportliche Aufgabe“, so Projektleiter Lade: „Wir wissen nicht, was uns dort auf dem Grund erwartet.“ Werden Munitionsreste gefunden, müssen diese entschäft werden. Wenige Stunden nach Beginn der Arbeiten hatte ein Taucher alte Reifen, Tampen sowie Grundgewichte für Bojen oder Fender aus der Förde geholt.

In etwa zehn Tagen sollen mit Hilfe eines Schwimmkrans die Beton-Fertigteile über den Brücken-Pfählen freigeschnitten und getrennt werden. Der Plan: Auf einem Ponton werden die Platten dann zum Ostuferhafen gebracht und dort recycelt.

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