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Streit mit Geschäftspartner : Mordversuch mit Axt: 35-Jähriger vor Gericht

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Er habe sich mit einer Axt nur reflexartig gegen seinen Geschäftspartner verteidigen wollen, sagt ein Angeklagter vor dem Kieler Landgericht. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. „Mordversuch“, lautet die Anklage.

Kiel | Wegen Mordversuchs muss sich ein 35-Jähriger seit Freitag vor dem Kieler Landgericht verantworten. Laut Anklage schlug er am 14. Januar dieses Jahres in Bornhöved (Kreis Segeberg) plötzlich mit einer Axt auf seinen Geschäftspartner ein, um die Veruntreuung von rund 60.000 Euro Firmengeldern zu vertuschen. Er habe den Mann heimtückisch töten wollen, um nicht entdeckt zu werden, sagte Staatsanwalt Achim Hackethal.

Nach Darstellung des Angeklagten allerdings wollte er sich mit der Axt nur gegen den Firmeninhaber verteidigen. Er habe diesem die monatelangen privaten Wareneinkäufe auf Firmenkosten gestehen wollen, sagte der Mann zu Prozessbeginn. Die Axt habe er „zur Eigensicherung, als Abschreckung“ mitgenommen, weil der Mann aufbrausend und aggressiv sein konnte.

Völlig unvermittelt habe der 45-Jährige dann plötzlich mit erhobenem Arm vor ihm gestanden. Da habe er vor Schreck „reflexartig zugeschlagen“. Ob er ihn ein zweites Mal attackieren wollte, wie die Anklage ihm vorwirft, daran erinnerte er sich vor Gericht nicht. Er habe die Axt aber weiter festgehalten, weil er fürchtete, „er bringt mich um, wenn er die in die Hand kriegt“.

Ganz anders dagegen die Anklage: Demnach versteckte sich der 35-Jährige nach Betriebsschluss im dunklen Empfangsbereich und schlug zu, als der Chef vorbeikam. Er holte laut Staatsanwalt zum zweiten Schlag aus, der Geschäftspartner habe ihm aber die Axt entwinden können. Der 45-Jährige wurde erheblich am Arm verletzt. Er ist Nebenkläger in dem Verfahren.

Den Vorwurf der Untreue gestand der Angeklagte in weitschweifigen Erzählungen: „Ich habe betrogen, bestohlen und hintergangen“, sagte er. Von April bis Dezember 2012 kaufte er demnach auf Kosten des Firmenkontos ein - unter anderem Flachbildfernseher, Kinderschuhe, ein Damenfahrrad und Bürobedarf. Der selbstständige IT-Fachmann arbeitete schon seit Jahren für den Firmeninhaber, der ihm voll vertraute. Er hatte umfassende Vollmacht über das Firmenkonto und Zugriff auf Kreditkarten.

Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil wird Ende Oktober erwartet.

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erstellt am 04.Okt.2013 | 15:03 Uhr

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