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Umstrittene Ansiedlung : „Möbel Kraft“: Es wird weiter diskutiert

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der geplante Bau des Möbelhauses am „Prüner Schlag“ war Thema auf der Sitzung zweier Ortsbeiräte. Fazit: Es gibt noch viele offene Fragen.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 12:21 Uhr

Den anwesenden Bürgern war anzumerken, dass sie dagegen sind: In einer gemeinsamen Sitzung der beiden Kieler Ortsbeiräte Mitte und Schreventeich/Hasseldieksdamm ging es am Dienstag im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung bis in die späteren Abendstunden hinein um die Ansiedlung von Möbel Kraft auf dem Gebiet „Prüner Schlag“ zwischen Westring und Hasseldieksdammer Weg. Um 22.15 Uhr schloss die Vorsitzende des Ortsbeirates Mitte Melanie Klein (SPD) die Sitzung in der Aula der Max-Planck-Schule. Trotz einer Fülle von Informationen lautete das Fazit: Einige Fragen sind noch immer offen geblieben und sollen bei einem weiteren Treffen diskutiert werden.

Zunächst stellte Thomas Stüber vom Kieler Stadtplanungsamt den „Bebauungsplan Nr. 988 ,Möbelmarktzentrum‘ und 32. Änderung des Flächennutzungsplans“ vor und wies explizit darauf hin, dass der Plan zwar bereits sehr weit fortgeschritten aussehe, das Verfahren aber immer noch offen sei und sich in einem frühzeitigen Stadium befinde. Insgesamt seien acht Gutachten von der Stadt in Auftrag gegeben worden, um die Grundlagen für den angestrebten B-Plan zu schaffen. Vier Experten gaben anschließend Erläuterungen zu ihren Untersuchungen. Michael Hinz vom Wasser- und Verkehrs-Kontor kam beispielsweise am Ende seines Vortrags zum Verkehrs- und Erschließungsgutachten zu dem Schluss: „Das bestehende Verkehrsnetz ist in der Lage die Verkehre der geplanten Möbelmärkte langfristig leistungsfähig abzuwickeln.“ Auch das Einzelhandelsgutachten, der Artenschutzrechtliche und der Grünordnerische Fachbeitrag kamen zu dem Ergebnis: Hier und da muss noch nachgebessert werden, dem Projekt an sich scheint jedoch nichts im Wege zu stehen.

Ulrike Hunold (Foto) vom Vorstand der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens gegen Möbel Kraft, bewertete die fachspezifischen Vorträge kritisch: „Die Präsentation ging an den Bürgern vorbei.“ Es könne nicht sein, so Hunold weiter, dass die Stadt den Kniefall vor dem Investor mache, während die betroffenen Menschen sowie die auf dem ökologisch wertvollen Gebiet lebenden Tiere „in den sauren Apfel beißen müssen“.

Die Diskussion blieb trotz der gegensätzlichen Standpunkte sachlich. „Das war gut“, betonte Hunold, die sich darüber freute, dass sich die Ortsbeiratsmitglieder zurückgenommen hätten, sodass die Bürger ihre Fragen stellen und Sorgen vorbringen konnten.

Die Anregungen der Betroffenen nahm Thomas Stüber auf und auch ernst, verteidigte zugleich aber den Grundsatzbeschluss der Ratsversammlung, dass Möbel Kraft nach Kiel kommt: „Natürlich darf man gegen eine Ansiedlung von Möbel Kraft sein. Aber man sollte sich seine Meinung unter Berücksichtigung aller Aspekte bilden und dabei auch wirtschaftliche Faktoren wie steuerliche Einnahmen oder die Schaffung von Arbeitsplätzen beachten.“

Das Segeberger Unternehmen plant im Idealfall mit dem Bau des „Möbel Kraft“-Kaufhauses mit 40 000 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie des Möbel-Discounters „Sconto“ (8000 Quadratmeter) im Frühjahr 2015 zu beginnen und im Oktober 2015 fertig zu sein. Das Investitionsvolumen beträgt laut Geschäftsführer Dr. Gunnar George rund 40 Millionen Euro und soll dauerhaft rund 250 bis 300 Arbeitsplätze in Kiel bringen.

Die „Gläserne Akte“ zum Thema Möbelmarkt-Zentrum am Prüner Schlag ist unter www.kiel.de/leben/stadtentwicklung/moebel_kraft/ einzusehen.

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