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E-Scooter : Mitnahme nur in neuen Bussen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach neuem Gutachten: Die Kieler KVG will den Transport der Elektro-Wagen in Kieler Linienbussen nur eingeschränkt und nicht in alten Fahrzeugen zusagen. Der Sozialverband protestiert.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2015 | 06:04 Uhr

Das Mitnahmeverbot von Elektro-Scootern in Bussen – im Februar dieses Jahres hatte die Entscheidung der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) einen Aufschrei unter Betroffenen ausgelöst. Sie fühlten sich ausgegrenzt und in ihrer Mobilität eingeschränkt. Aus Versicherungsgründen hatten bundesweit Verkehrsunternehmen wie die KVG, die Verkehrsbetriebe Plön und Autokraft in Kiel beschlossen, die Elektrowägelchen, auf die manche Gehbehinderte angewiesen sind, nicht mehr zu befördern (wir berichteten). Diese Maßnahme, die auf einer Empfehlung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) beruhte, revidiert die KVG nun. Zumindest teilweise. Denn es gibt ein neues Gutachten. Es wurde im Auftrag des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums erstellt.

Dem zufolge sollte die Mitnahme der E-Scooter in Stadtlinienbussen zwar erlaubt werden – aber nur unter Auflagen. Wegen des begrenzten Platzangebots sollen etwa nur Gehbehinderte mit Schwerbehindertenausweis die E-Scooter mitnehmen dürfen. Die Länge der Geräte soll auf 1,20 Meter beschränkt werden, sie sollen nicht mehr als 300 Kilo wiegen und vier Räder aufweisen – manche haben nur drei. Außerdem soll der Nutzer einen „Scooter-Führerschein“ der Verkehrsunternehmen vorweisen können. Zudem muss es in den Bussen Raum zum Manövrieren und Haltebügel geben.

Gestern legte die KVG dazu eine Stellungnahme vor. „Wir begrüßen das Gutachten, da damit Handlungssicherheit gegeben wird und ein für alle Beteiligten hilfreiches Verfahren vorgeschlagen wird“, so Sprecherin Andrea Kobarg. Zudem begrüßt die KVG, „dass damit auch das Mitnahmeverbot für die auf einen E-Scooter angewiesenen Menschen mit Behinderungen aufgehoben werden kann“ – wenn auch nur eingeschränkt. Noch wird von den Empfehlungen nichts umgesetzt. Denn die KVG will die Prüfung des VDV abwarten. Es zeichne sich aber ab, dass die Verkehrsunternehmen die Empfehlungen umsetzen werden, so Kobarg. Die KVG wolle möglichst bald so verfahren. Bis dahin gilt das Ruf-Bus-Angebot für E-Scooter-Fahrer.

Doch es gibt einen Punkt, den der Sozialverband Deutschland in Kiel nicht hinnehmen will: Laut Abdrea Kobarg wird nur die Hälfte des Fuhrparks (160 Busse) E-Scooter mitnehmen: „Alle Fahrzeuge ab Baujahr 2010 haben Haltebügel und genügend Platz.“ Diese erhielten eine Plakette, die anzeigt, dass sie E-Scooter transportieren. Die alten Modelle würden nicht umgerüstet und nähmen keine der Wägelchen mit. Der sozialpolitische Sprecher des SoVD Schleswig-Holstein, Christian Schultz, kritisiert dies: „Das ist ja wie eine Lotterie für die Betroffenen, wenn nur jeder zweite Bus sie mitnimmt. Das kann nicht sein. Wir fordern, dass alle Busse nachgerüstet werden.“




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