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Festival contre le Racisme : Mit Zuckerwatte gegen Diskriminierung

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit Musikprogramm, Info- und diversen Aktionsständen hatte der AStA der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am Wochenende zum zweiten Mal das „Festival Contre Le Racisme“ auf die Beine gestellt.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2017 | 12:03 Uhr

Nach der Premiere im Jahr 2016 fand am Sonnabend auf dem Platz vor dem Audimax der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zum zweiten Mal das Campus Festival „Festival Contre Le Racisme“ (Festival gegen Rassismus) statt, welches auch an anderen Universitäten bundesweit veranstaltet wird. Die bundesweite Organisation und Koordination geht vom FZS – dem „Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften“ – aus, in dem die Allgemeinen Studierendenausschüsse (AStA) organisiert sind. An den einzelnen Unis organisiert das Festival dann der örtliche AStA.

In Kiel waren dies federführend Greta Thamm, Tim Rood und Moritz Zahlmann. Das politische Festival richtet sich gegen jedwede Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. Rassismus an Universitäten, wo Menschen etlicher Nationen studieren? „Auch wenn es auf das Gros der Studierenden nicht zutrifft, wird dies auch an Unis immer mehr zum Thema“, so Mitorganisatorin Greta Thamm – und nennt als Beispiele die „Identitären“ oder auch Teile mancher Burschenschaften. Ihr Fazit: „Man muss aufpassen und präventiv tätig werden“. Und dieser Prävention dient auch das bunte Fest mit ernstem Hintergrund.

Bereits im Vorwege fand seit eineinhalb Wochen ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops statt zu Themen wie „Rassismus und Sprache“ oder zur Instrumentalisierung von Jugendkulturen durch rechte Gruppierungen. Der Abschluss war dann das Festival am Sonnabend.

Auch wenn es etwas schleppend begann – die meisten waren bei dem Wetter wohl noch am Strand oder in den Parks der Stadt – füllte sich der Platz zum Abend hin immer mehr. Neben veganen und vegetarischen Leckereien sorgten reichlich Getränke dafür, dass bei sommerlichen Temperaturen niemand verdursten musste, und an Ständen verschiedener Gruppen und Organisationen konnte man sich zum Thema näher informieren. Am „Tortenwurfstand“ warteten Anna und Florian vom „Unterstützerkreis Tortenprozess“ auf zielsichere Werfer, die sich auch gleich zu Beginn nicht lange bitten ließen.

Kam bei den Besuchern gut an: Anna und Florian an der 'Tortenwurfwand'.
Kam bei den Besuchern gut an: Anna und Florian an der "Tortenwurfwand". Foto: suhr (2)

Eine spätere Nachfrage bei Anna ergab: „Es läuft sehr gut“. Gegen eine Spende konnte man Schaumstofftorten mit Rasierschaum-Sahnehaube auf die Konterfeis einiger dem rechtskonservativen Flügel der Partei zuzurechnenden AfD-Politiker werfen. Hintergrund ist der am 12. Juni vor dem Kieler Amtsgericht stattfindende Prozess, in dem es um eine im vergangenen November in Kiel auf die AfD-Politikerin Beatrix von Storch geworfene Torte gehen soll.

Musikalisch sorgten verschiedene Gruppen mit Electropunk, Brachialpop, Latin Rock, Punk oder auch „Straßenkötersoul“ für lautstarke Unterhaltung, bevor das Campus Festival ab 23 Uhr in der Aftershowparty in der Schaubude gipfelte. Eines hat der AStA der CAU deutlich gemacht: Es darf keinen Platz für rechtes Gedankengut geben – weder an der Uni noch sonst wo.

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