Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg : Mit Video: Warnstreiks im Busverkehr beendet – 120.000 Fahrgäste betroffen

In Lübeck wie in den anderen betroffenen Städten haben die Busfahrer bis 9 Uhr gestreikt.
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In Lübeck wie in den anderen betroffenen Städten haben die Busfahrer bis 9 Uhr gestreikt.

Die Verhandlungsrunde war ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft Verdi rief zum Streik auf.

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01. März 2017, 12:57 Uhr

Kiel | Viele Pendler und Schüler in Schleswig-Holstein haben am Mittwoch einen anderen Weg zur Arbeit oder Schule nehmen müssen. Grund war ein mehrstündiger Warnstreik der Busfahrer in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Dort ließen Busfahrer mit Betriebsbeginn am frühen Morgen ihre Busse in den Depots. „Es ist kein Bus rausgegangen“, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Gerhard Mette, der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe in den Morgenstunden insgesamt etwa 120.000 Fahrgäste betroffen. Laut Verdi beteiligten sich mehr als 350 Busfahrer an dem Warnstreik.

Worum es den Beteiligten geht, sehen Sie in diesem Video:

In den vier Städten blieben zusammen gut 300 Busse in den Depots. Erst um 9 Uhr nahmen die Busfahrer ihre Arbeit auf. Während des fünfstündigen Streiks fielen allein in Kiel 153 Busse aus. Das betraf tausende Pendler. „An einem normalen Werktag haben wir etwa 120.000 Fahrgäste“, sagte eine Sprecherin der Kieler Verkehrsgesellschaft. Nur einige von Autokraft gestellte Busse der 500er und 900er Linien fuhren. Seit 10.00 Uhr lief „alles wieder ganz gut“. Die Kieler hatten sich offenbar gut vorbereitet. Im Straßenverkehr gab es nach Polizeiangaben keine größeren Probleme.

In Kiel wird seit dem frühen Morgen gestreikt.
Foto: Daniel Friederichs
In Kiel wird seit dem frühen Morgen gestreikt.

In Lübeck fielen 108 Stadtbusse aus, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Ausschließlich die 25 Busse der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft waren auf den 30-iger Linien und der Linie 40 unterwegs. In der Hansestadt hatten sich die Menschen auf den Warnstreik eingestellt und waren auf das Auto oder das Fahrrad umgestiegen. Verkehrsbehinderungen blieben weitgehend aus. „In der Leitstelle vom Streik kaum etwas zu spüren“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Lübeck.

Verdi hatte zu dem Warnstreik aufgerufen. Betroffen waren auch die kommunalen Busunternehmen in Flensburg (Aktiv Bus) und Neumünster (SWN). In Neumünster blieben bis 9.00 Uhr alle 35 Busse stehen, wie ein Sprecher sagte. Auch in Flensburg hatten sich Pendler und Schüler offenbar auf den Ausstand eingestellt. Im Berufsverkehrs gab es „keine Auffälligkeiten“, wie eine Polizeisprecherin sagte. Dort waren bis 9.00 Uhr laut Unternehmen sämtliche Busse der Linien 1 bis 7 ausgefallen.

Am Dienstag war die dritte Tarifrunde in Neumünster ohne Einigung geblieben. Verdi fordert eine Einkommenserhöhung von monatlich 145 Euro brutto. Die kommunalen Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten an. Die Verhandlungen gehen am 23. März weiter.

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