zur Navigation springen

Lästiger Strassenverkehr : Mit Tempo 30 quer durch die Stadt?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An vielen Straßen in Kiel leiden Anwohner unter dem Lärm und dem Gestank des Verkehrs. Mit ihrem neuen Lärmaktionsplan will die Stadt Anhilfe schaffen. Neue Radarfallen sollen die Autofahrer zur Disziplin zwingen. Auch neue Tempo-30-Zonen sind im Gespräch, wahlweise tagsüber oder nachts - und möglicherweise auch sämtlichen Innenstadtrouten der Landeshauptstadt.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 22:09 Uhr

Müssen Autofahrer in der Landeshauptstadt künftig deutlich langsamer fahren? Genießen die Verkehrsteilnehmer dann den Vorteil der grünen Welle, oder weichen sie einfach auf Nebenstrecken aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Stadt in ihrem neuen Lärmaktionsplan (LAP). Erklärtes Ziel: Die Anwohner sollen ruhiger leben und vor allem besser schlafen können. Dabei denken die Strategen im Rathaus auch an flächendeckende Tempo-30-Zonen – möglicherweise sogar „für alle Innenstadtrouten“ in Kiel.

Die Stadt hatte im Jahre 2009 ihren ersten LAP in Kraft gesetzt und seitdem auch messbare Erfolge erzielt. So wurde das Radwegenetz ausgebaut. Und die Zahl der Menschen, die wegen des Verkehrslärms um die nächtliche Ruhe gebracht werden, wurde um 25 Prozent gesenkt. Straßen wie Belvedere, Eckernförder Straße, Olshausenstraße (auf dem Westufer) oder Ellerbeker Weg und Schönberger Straße (Ostufer) sind als „Problemschwerpunkte“ entfallen. Dafür sind etwa an der Rathausstraße und am Ziegelteich neue Konfliktzonen entstanden, hier geht es neben dem Lärm auch um den Gestank der Fahrzeuge.

Insgesamt 13 kritische Straßenzüge listet der LAP auf, der den Verkehrsexperten der Fraktionen im Ausschuss vorgelegt wurde. Entscheidungen sind noch nicht gefallen, die Debatte wird in den nächsten Monaten fortgesetzt. Ortsbeiräte, Umlandgemeinden, Naturschutzverbände und Kaufleute stellen durchaus unterschiedliche Forderungen an den LAP.

Im Zentrum der städtischen Überlegungen stehen Forderungen nach Geschwindigkeitsreduzierungen. Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen „für eine Ganztages- oder Nachtumsetzung“ werde geprüft für einzelne Straßenzüge, für großräumige Konfliktzonen und sogar für sämtliche Innenstadtrouten (außer den Bundesstraßen und jenen Bereichen ohne Anlieger). Anders ausgedrückt: Es könnte dazu führen, dass Autofahrer auf ausgewählten Strecken künftig nur noch mit 30 „Sachen“ quer durch die Stadt fahren dürfen.

Die langgestreckte Eckernförder Straße steht ebenso auf der Agenda der Planer wie die B 76, die in Elmschenhagen den Stadtteil in Nord und Süd trennt. Die Alte Lübecker Chaussee, die Hamburger Chaussee, die Gutenbergstraße, die Ringstraße oder der Knooper Weg – überall sieht die Stadt dringenden Handlungsbedarf. Nicht zu vergessen den Dreiecksplatz und den Ostring als eine der höchstbelasteten Straßen überhaupt. Hier ist sogar von einer künftigen „Ostuferentlastungsstraße“ die Rede. Vorerst sollen neue Straßenbelege (Flüsterasphalt) helfen.

Mit zwei neuen Standorten wächst die Anzahl der Radarfallen im Kieler Stadtgebiet auf fünf. Installiert sind die Säulen bislang am Westring (auf Höhe von Ikea), am Ostring (Kreuzung Franziusallee) und auf der Ost-Tangente, der B 502 (Schönkirchener Straße). Jetzt kommen die Kreuzungen Schützenwall/ Kronshagener Weg sowie Eckernförder Straße / Gutenbergstraße hinzu. „Die Standorte sind mit der Polizei angesprochen“, erklärte Stadtrat Wolfgang Röttgers. Er fügte hinzu: „Wer glaubt, es handele sich um Abzocke, liegt völlig falsch. Es geht um Ahndungen von Fehlverhalten im Straßenverkehr.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert