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Alt-Oberbürgermeister : „Mit Olympia ist die Stadt aufgewacht“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der SPD-Kreisverband würdigte den Kieler Alt-Oberbürgermeister Günther Bantzer zum 50. Jahrestag seiner Amtseinführung. Bantzer wirbt als Olympia-Botschafter für die Ausrichtung der Segelwettbewerbe im Jahr 2024.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2015 | 06:15 Uhr

Dunkelblau ist das Modell aus Dralon, glänzt seidig matt und trägt deutlich sichtbar die fünf Olympischen Ringe und das Logo der Sommerspiele von 1972 in München – ein Strahlenkranz mit überlagerter Spirale. Der Schlips von damals hängt wohl geordnet unter Dutzenden anderer Krawatten im Schrank von Kiels Alt-Oberbürgermeister Günther Bantzer (94). Zu besonderen Anlässen bindet er sie wieder um – dann, wenn er als Olympia-Botschafter auftritt.

Günther Bantzer unterstützt Kiels Bewerbung im Schulterschluss mit Hamburg. Er weiß schließlich ganz genau, was es bedeutet, die Segelwettbewerbe in der Landeshauptstadt auszurichten. „In seiner 15-jährigen Amtszeit gelang es Bantzer die Segelwettbewerbe zur Olympiade 1972 nach Kiel zu holen“, würdigte denn auch der Kieler SPD-Kreisverband gestern Bantzers besondere Leistung – Anlass war der 50. Jahrestag der Amtseinführung des damals 44-jährigen SPD-Mannes und Volljuristen am 1. November 1965. „Wichtige Infrastruktur wurde aufgebaut oder modernisiert – Projekte von denen die Landeshauptstadt bis heute profitiert“, betonte der Kreischef der Sozialdemokraten, Jürgen Weber. Einen Blumenstrauß überreichte eine kleine Delegation des Kreisverbands dem Jubilar in seiner Kieler Wohnung persönlich – nicht ohne sich Bantzers Erinnerungen an Olympia 1972 servieren zu lassen.

München als Austragungsort stand 1965 bereits fest – „wir haben uns dann beworben und unheimlich viel Geld bekommen“, erzählt Bantzer. So viel, dass 1973, nach den Spielen also, sogar noch eine Million D-Mark übrig war. Das Geld wurde kurzerhand ins Schilkseer Schwimmbad gesteckt – es erhielt etwa einen Nichtschwimmerbereich. Bantzer erinnert sich noch gut daran, dass der Bundesrechnungshof das beanstandet hat. „Es gab eine große Versammlung in München. Wir sollten die Olympia-Mittel zurückzahlen.“ Doch im Publikum meldete sich eine Frau, die das Geld als sehr vernünftig eingesetzt bezeichnete. Und welche die Münchner auf das Dach des eigenen Olympiastadions hinwies, dessen Unterhaltung und Pflege noch mehr als das Kieler Schwimmbad koste. Damit war der Druck aus dem Kessel. „Es stellte sich heraus, dass das eine Landtagsabgeordnete der CSU war“, sagt Bantzer. Er freut sich noch heute über die parteiübergreifende Solidarität.

Die Kieler waren damals übrigens, als es um Olympia vor ihrer eigenen Haustür ging, gar nicht so Feuer und Flamme, wie es heute zu sein scheint. „Von Olympia-Begeisterung konnte keine Rede sein“, so Bantzer. Die sei erst aufgekommen, als die Kieler merkten, was alles passierte. Die Bundesstraße 503, die zweite Brücke über den Kanal, der Opernhaus-Anbau und vieles mehr. „Mit Olympia ist die Stadt Kiel aufgewacht“, sagt Günther Bantzer. Er hofft nun, sollte es mit 2024 klappen, dass die Bürger sich einiges für ihre Gäste einfallen lassen – „besonders für die Jugendlichen“.

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