Neue Fähren : Mit E-Antrieb über die Förde

Sie gelten als störanfällig: Die alten Fähren aus den 80er-Jahren sollen ersetzt werden.
Sie gelten als störanfällig: Die alten Fähren aus den 80er-Jahren sollen ersetzt werden.

Die Schiffe der Kieler Schlepp- und Fährgesellschaft (SFK) sind in die Jahre gekommen. Seit 1986 sind sie ganzjährig auf der Kieler Förde im Einsatz. Jetzt ist Ersatz für die Veteranen in Sicht, die neuen Fähren sollen mit ihrem Elektro-Antrieb auch für bessere Luft sorgen.

shz.de von
14. November 2018, 16:25 Uhr



Der erste Auftrag mit einem Volumen von 16 Millionen Euro ist vergeben, und zwar an die niederländische Werft Holland Shipyards BV in der Nähe von Rotterdam. Sie soll im nächsten Jahr ein maximal 33 Meter langes Fahrgastschiff bauen, das 300 Personen und 40 Fahrräder befördern kann.

Es gibt technische Vorgaben: So soll der Rumpf einen Wulstbug erhalten, um wenig Schwell zu erzeugen. Zwei Festpropeller mit elektrischen Fahrmotoren sollen für eine Geschwindigkeit von mindestens zwölf Knoten sorgen. Außerdem soll die neue Fähre für den 20-stündigen ganzjährigen Dauerbetrieb (sieben Tage pro Woche) ausgelegt sein. Gewünscht werden einfache Handhabung, exzellente Manövrierfähigkeit, Wartungsfreundlichkeit – und die Einhaltung hoher Emissionsschutzstandards für Abgas und Lärm. Die Fähren sollen also umweltverträglicher und gleichzeitig schneller werden. Momentan gilt auf der Förde ein Limit von acht Knoten.

Wie der sogenannten Ted-Bekanntmachung bei EU-weiten Ausschreibungen zu entnehmen ist, haben sich zehn Werften um diesen Auftrag bemüht, der möglicherweise auf den Bau von drei Schiffen ausgedehnt werden kann. Die jetzigen Fähren wurden in den 80er-Jahren auf der Kieler Lindenauwerft gebaut, sie gelten inzwischen als störanfällig.

Der Aufsichtsrat der SFK hatte sich bereits im Vorwege aus ökologischen Gründen gegen Dieselmotoren in den Neubauten entschieden. Auch Antrieben auf Basis von Methanol oder Flüssig-Erdgas (LNG) erteilt er eine Absage. Dafür seien die Fördefähren zu klein, hieß es. Schon 2017 hatte SFK-Geschäftsführer Andreas Schulz ein neues Fähr-Netz mit fünf statt bisher drei Förde-Routen vorgestellt. Zusätzlich zur Strecke Laboe / Bahnhof, der Schwentine-Linie zur Fachhochschule und der Schülerlinie zwischen Laboe, Möltenort und Friedrichsort plant er zwei weitere Querungen: im Norden bei Möltenort und in der Förde-Mitte auf der Höhe Mönkeberg / Düsternbrook. Eine Autofähre, wie sie der Nautische Verein ins Gespräch gebracht hatte, lehnt die SFK ab.

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