Mit dem Rummelpott am Silvesterabend von Tür zu Tür

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29. Dezember 2014, 14:29 Uhr

Einen Rummelpott haben heute in Schleswig-Holstein nur noch wenige Rummelpott-Läufer dabei, wenn sie am Silvesterabend nach Einbruch der Dunkelheit verkleidet von Haustür zu Haustür gehen und die Bewohner mit dem Lied „Fru, maak de Dör op“ auffordern, Süßigkeiten und Obst zu verteilen. Denn ein Rummelpott ist ein Gefäß, über das eine Harnblase vom Schwein wie ein Trommelfell gezogen wird. Auf diesen Brummtopf wird dann mit Stöcken oder Kochlöffeln geschlagen. Stattdessen haben die geschminkten, als Hexen oder Geister verkleideten Kinder heute oft eine Blechtrommel dabei. Der Brauch des Rummelpottlaufens geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ursprünglich sollten die bösen Geister des Winters aufgeschreckt und vertrieben werden. Denn im Volksglauben stand in diesen rauhen Nächten die Welt der Geister offen. Heute sind Rummelpottläufer vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Südjütland unterwegs. Auf Föhr ist der Silvesterabend-Brauch bis heute als Kenknen, auf Amrum als Hulken bekannt. Das beliebteste Rummelpott-Lied wird bis heute auf Niederdeutsch gesungen:
Fru, maak de Dör op!
De Rummelpott will rin.
Daar kümmt een Schipp ut Holland.
Dat hett keen goden Wind.
Schipper, wulltst du wieken!
Feermann, wulltst du striecken!
Sett dat Seil op de Topp
un geevt mi wat in'n Rummelpott!

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