Soziale Inklusion : Mit dem Kiel-Pass kostenlos ins Theater

Start in den „Kulturhafen“: (von links) Stadtrat Gerwin Stöcken, Erika Diehr (Kulturausschuss), Alexandra Hebestreit (Nette Kieler), Ole Asmussen (FAW) und Katharina Perl (Kieler Theater).
Start in den „Kulturhafen“: (von links) Stadtrat Gerwin Stöcken, Erika Diehr (Kulturausschuss), Alexandra Hebestreit (Nette Kieler), Ole Asmussen (FAW) und Katharina Perl (Kieler Theater).

Die Landeshauptstadt folgt dem Beispiel anderer Theaterstädte im Lande und bietet ab sofort Menschen mit schmalem Einkommen den kostenlosen Bühnenbesuch an. „Kulturhafen“ heißt das Projekt.

shz.de von
30. August 2018, 19:04 Uhr

Voraussetzung ist der Besitz eines Kiel-Passes, der im Ehrenamtsbüro „Nette Kieler“ an bedürftige Personen ausgegeben wird. Bislang ist das Projekt „Kulturhafen“ auf die Stadt Kiel und ihre Einwohner begrenzt. Doch Stadtrat Gerwin Stöcken zeigt sich offen für Gespräche mit Gemeinden aus den beiden Nachbarkreisen.

Mit Ausnahme von Premieren und Gastspielen wird das Kieler Theater, wie Katharina Perl sagt, künftig von jeder Vorstellung sechs Eintrittskarten für den „Kulturhafen“ zurücklegen. Mit finanzieller Unterstützung aus dem Jobcenter sorgen Klienten der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) für die praktische Abwicklung. Sie nehmen Anrufe von Interessenten entgegen, führen die Besucherlisten und verteilen am Ende die sechs Tickets (jeweils drei Mal zwei Plätze).

Die Eintrittskarten werden an der Abendkasse hinterlegt und gegen Vorlage des Ausweises abgegeben. Darüber ist Alexandra Hebestreit von „Nette Kieler“ sehr froh, muss sich doch keiner der bedürftigen Kieler am Schalter – möglicherweise vor anderen Gästen – erklären.

Mögliche Kritiker des kostenlosen „Kulturhafens“ erinnert Stöcken daran, dass die Kieler Bühnen Millionenzuschüsse von der Stadt erhält. „Das Theater ist für alle da“, plädiert der Stadtrat für die unauffällige soziale Inklusion. Es geht ihm weniger darum, die einzelnen Vorführungen vollzubekommen, sondern benachteiligte Menschen ins Theater zu bringen. Gemeinden aus dem Umland sind herzlich eingeladen, ebenfalls im „Kulturhafen“ zu ankern. Man müsse sich nur über die entsprechenden Liegebühren verständigen.

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