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Mediendom : Mit 3-D-Sound in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

700 000 Euro wurden in die Modernisierung investiert. Dem Besucher werden „dynamische Klangerlebnisse“ versprochen. Im April kommt die dreidimensional hörbare Version eines „Drei Fragezeichen“-Hörspiels in die Kieler Kuppel.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 06:19 Uhr

Eine Geräusch-Wolke aus Vogelgezwitscher, ein Blätterrauschen, in das man förmlich eintauchen kann oder ein Bass, der akustisch besonders prall wirkt: Der Mediendom der Fachhochschule Kiel hat nach Jena und Hamburg als drittes Planetarien in Deutschland seinen Neun-Meter-Kuppel-Saal mit dem neuartigen 3-D-Soundsystem ausgestattet.Mit der modernen Technologie „in neuer Qualität“ zählt Eduard Thomas (Foto) seine Einrichtung nun zur Top-Liga der Planetarien weltweit.

Stolz präsentierte der Mediendom-Chef gestern, was das System nach zehnjähriger Planung alles kann. Zudem wurden auch die Projektions-Möglichkeiten für die 360-Grad-Kuppel verbessert, eine Barrierefreiheit für Besucher im Eingangsbereich wird noch fertiggestellt. Das Foyer hat einen neuen Tresen erhalten. Insgesamt, so Thomas, seien rund 700 000 Euro in die Innovationen investiert worden – zum großen Teil aus Fördermitteln wie der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft (DFG).

56 Lautsprecher, sieben Subwoofer, 1000 Meter Audiokabel, 18 000 Watt Leistung: Das sind die Eckdaten der neuen Anlage, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau entstanden ist. Diese Neuerung ist nun Instrument und Ausgangspunkt für zukünftige Produktionen, die im Mediendom gezeigt werden können. Wo im Kino ein Surround-System für eine gute Geräuschkulisse sorgt, erlaubt die Kuppel, dass auch die Höhe mit einbezogen wird. „Wir können die Klangquellen im Raum frei bewegen“, erklärt Eduard Thomas.

Als erstes Projekt geht eine familienfreundliche und pädagogisch konzipierte Eigenproduktion an den Start: „Frida und der Wald“ erzählt im 360-Grad-Modus und in 3-D-Sound-Qualität den Kurzfilm einer Holzraupe mit Kulleraugen. Wenn ihre einzelnen Gelenke dabei anfangs über eine Murmelbahn rollen, dann erleben die Ohren, wie „raumfüllend“ das klingt. Im Schnelldurchlauf erfahren Kinder, warum heute fast nur noch mit Plastik gespielt wird und nicht mehr mit Holz. Es geht dabei um die Bedeutung der Wälder für uns Menschen, und wie durch Rodungen auch der natürliche Lebensraum für Tiere verloren geht.

Für Freunde der Spannung verspricht Eduard Thomas vom Mediendom schon jetzt einen Höhepunkt im kommenden April: Eine Produktion der Hörspiel-Kultserie „Die drei Fragezeichen“ wird in Kiel ebenfalls in dreidimensionaler Klangqualität zu erleben sein.

Neben dem Soundsystem wurde auch der Bildgenerator erneuert. Er ermöglicht Simulationen und Datenvisualisierungen in Echtzeit. Globale Ausbreitung von Grippeviren, die interkontinentale Facebook-Vernetzung, Flugbewegungen zwischen den USA und Europa oder eine Reise ins All in x-facher Lichtgeschwindigkeit – „wissenschaftliche Daten können damit mehr Menschen erreichen“, schwärmt Eduard Thomas.

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