Kieler Landgericht : Missbrauchsprozess in Kiel: Stiefgroßvater freigesprochen

Das Landgericht Kiel.

Das Landgericht Kiel.

Das Urteil fiel bereits am Montag. Für eine Verurteilung fehlte es an Beweisen.

shz.de von
28. März 2017, 16:16 Uhr

Kiel | In einem Missbrauchsprozess ist ein 57-Jähriger aus Henstedt-Ulzburg freigesprochen worden. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, sich in den Jahren 2012 und 2013 mindestens 13 mal an seiner Stiefenkelin vergangen zu haben, in neun der Fälle schwer.

Nach mehrtägiger Beweisaufnahme war das Kieler Landgericht nun zur Überzeugung gekommen, dass für die Verurteilung des Mannes eine ausreichend tragfähige Grundlage fehle. Eine Gerichtssprecherin sagte am Dienstag auf Anfrage, das Gericht habe sich auf ein Glaubwürdigkeitsgutachten gestützt, das die Zuverlässigkeit der Aussagen des Kindes in Frage stellte.

Auch Staatsanwältin und Verteidiger plädierten demnach auf Freispruch vom Missbrauchsvorwurf. Das Urteil fiel bereits am Montag. Es war erst im Verlauf der Woche erwartet worden.

Die Anschuldigungen des Mädchens hatte der Stiefgroßvater als erlogen und falsch bezeichnet. Er gestand aber rückblickend vor Gericht ein, dass es Situationen gegeben habe, die missverständlich gedeutet werden könnten. Der Mann saß nach einer Hausdurchsuchung im Februar 2014 zwei Monate in Untersuchungshaft und kam dann gegen Auflagen frei. 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert