zur Navigation springen

Ausbau der B404 : Minister Buchholz: A21 kommt Kiel bald näher

vom

Der nächste A21-Abschnitt steht in den Startlöchern. Bei der Rader Hochbrücke strebt der Verkehrsminister eine große Lösung an.

shz.de von
erstellt am 09.Jul.2017 | 07:07 Uhr

Kiel | Der Ausbau der B404 zur A21 im Raum südlich von Kiel kann nach Einschätzung von Verkehrsminister Bernd Buchholz in einigen Monaten starten. „Für den Abschnitt zwischen Nettelsee und Klein Barkau habe ich unserem Landesbetrieb grünes Licht für die Umsetzung des Projekts gegeben“, sagte der FDP-Politiker. Das Bundesverkehrsministerium hatte dafür kürzlich 65 Millionen Euro freigegeben. „Dem Vorhaben steht jetzt nichts mehr im Wege“, sagte Buchholz. „Wann es genau losgehen wird, kann ich heute aber noch nicht sagen.“

Für den geplanten Neubau der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal im Zuge der A7 lässt Buchholz weiter prüfen, ob dort ohne Zeitverzögerung eine sechsspurige Lösung möglich ist. „Wir arbeiten intensiv daran“, sagte der Minister. „Wenn wir dort ein Nadelöhr schaffen, wäre das schwierig.“ Hintergrund sind die erwarteten Zuwächse im Skandinavien-Verkehr. Bisher sind für die künftige Rader Hochbrücke vier Spuren plus Standstreifen vorgesehen. Die Belastung der zu ersetzenden maroden Rader Brücke war schon von täglich 42.500 Fahrzeugen im Jahr 2010 auf 54.200 im Jahr 2015 gestiegen. Damit wurde bereits die für 2030 prognostizierte Zahl erreicht. Ein Ersatzbau muss 2026 stehen, weil Experten der alten Brücke keine längere Lebensdauer bescheinigen.

In einer Zuständigkeitsfrage bei der künftigen Fernstraßenplanung will sich Buchholz noch nicht festlegen. „Mit der geplanten Infrastrukturgesellschaft des Bundes werden wir die Zuständigkeit für die Planung der Autobahnen ja verlieren“, sagte er. „Ob wir die Zuständigkeit für die Bundesstraßen behalten wollen, werden wir abwägen.“ Dies sei die entscheidende Frage: „Überwiegt bei einer Übertragung an den Bund der Vorteil möglicher Planungsbeschleunigungen den Nachteil, nicht mehr über Prioritäten im eigenen Land entscheiden zu können?“ Das sei noch nicht beantwortet.

Bis Ende 2018 müsse dies geschehen. Dafür seien auch Prüfaufträge nötig. „Für eine solche fundamentale Entscheidung muss man sich Zeit nehmen“, sagte Buchholz. Die anstehende schwierige Umstrukturierung beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr werde bis 2021 dauern. „In dieser Zeit darf es keine Verzögerungen oder gar Stillstand bei den Planungen geben.“ Das Land bleibe in diesem Zeitraum auch zuständig für die Autobahnen und werde viel voranbringen.

Der Bund will mit der Infrastrukturgesellschaft für mehr Effizienz in Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen und Bundesstraßen sorgen. Buchholz' Vorgänger Reinhard Meyer (SPD) hatte das Vorhaben mit Skepsis begleitet. Wenn diese Gesellschaft des Bundes aber komme, werde Wissen vor Ort über die hier zu realisierenden Projekte gebraucht. Deshalb plädierte Meyer auch für eine Niederlassung im Land.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen