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Projekt für Kinder : Mini-Museum soll Lust auf Kunst wecken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Benachteiligte Kieler Kinder gestalten in einem Ferien-Projekt weiße Karton-Boxen. Eine Gruppe von Mädchen hat zum Thema Selbstporträt gearbeitet. Wir haben die elfjährige Teilnehmerin Laura begleitet.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2015 | 05:55 Uhr

Zuerst war da nur der weiße, leere Karton. Eine Kiste mit Guckfenster an der Frontseite – und schwer auszusprechendem Namen: Museobilbox. Während einige Mädchen sofort Pinsel, Klebe, Farben und andere Utensilien zückten, saß Laura Salji (11) vor dem Kubus und wusste nicht so recht weiter. Vielleicht war es das Thema, das sie erst einmal ratlos machte: Selbstporträt.

Mit der Box, so hoffen Kieler Kunstpädagogen, können sie Kinder aus benachteiligten Familien wie im Stadtteil Gaarden an die entfernt wirkende Welt der Museen und Kunst heranführen. Nach dem Besuch eines Museums oder einer Kunst-Ausstellung können die Projektteilnehmer ihr eigenes mobiles Mini-Museum gestalten, das im November auch ausgestellt werden soll. Die Idee dazu stammt vom Bundesverband Museumspädagogik. Die Boxen werden als Teil des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ zur Verfügung gestellt. Nach Neumünster beteiligt sich auch die Landeshauptstadt. In diesem Jahr setzt die VHS-Kunstschule zusammen mit der Stadtgalerie vier Projekte mit der Museobilbox um. Pro Jahr wird sie dafür mit 19  700 Euro vom Bund gefördert, so Rotraud Apetz, Leiterin der VHS-Kunstschule.

Die elfjährige Laura Salji kommt aus Gaarden und ist zuvor erst einmal mit ihrer Schulklasse in einem Museum gewesen. Viel Neugier auf Kunst und Kultur, das sagt sie selbst, hatte sie bisher nicht. Ganz klar – sie brauchte einen kreativen Schubs. Und den bekam sie in dem kostenfreien Ferien-Projekt mit dem Titel „Ich in der Box“ nicht nur bei einem Blick hinter die Kulissen der Stadtgalerie, sondern auch beim Durchblättern von Büchern mit Selbstporträts. Die Kieler Künstlerin Yasmin Birkandan half ihr dabei. Sie hat an der Muthesius Kunsthochschule studiert, arbeitet an der VHS-Kunstschule pädagogisch mit.

Yasmin Birkandan zeigte Laura, wie ungewöhnlich und witzig Kunst sein kann. Der Künstler Thorsten Brinkmann macht es vor. Er verkleidet sich mit Mülltonnen oder Lampen auf dem Kopf, ist international bekannt. Bei Laura machte es „Klick“. Sie ließ sich inspirieren, verkleiden, fotografieren. Mit Lampenschirm über dem Kopf.

Laura hat auch eine Miniatur-Lampe und ein kleines Sofa nachgebaut. Sie sollen die Box, die Lauras Zimmer darstellt, heller und gemütlicher wirken lassen. „Ich mag die Dunkelheit nicht, man sieht nichts, es ist nicht so lustig“, erklärt Laura. Ihr Selbstporträt hat gerade einen glänzenden Rahmen aus Metallfolie bekommen. Es wird in der Box stehen, wenn sie fertig ist. Laura Salji nimmt ein gutes Gefühl mit nach Hause: „Ich bin viel kreativer, als ich gedacht habe.“

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