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Kiel : Mieten stiegen um 4,1 Prozent

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gestern wurde der 12. Kieler Mietspiegel vorgestellt. Seit Jahren steigen die Kaltmieten in der Landeshauptstadt – doch die Bewertung des Ergebnisses fällt unterschiedlich aus.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2014 | 05:17 Uhr

Der neue Mietspiegel für Kiel ist da. Er besagt, dass die Nettokaltmieten für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern aktuell im Durchschnitt seit 2012 um 4,1 Prozent gestiegen sind – erneut deutlich. Seit dem Zeitraum 2006 bis 2008 ist ein kontinuierlicher Preiszuschlag zu verzeichnen. Auf den Quadratmeter Wohnfläche umgerechnet bedeutet dies ein Plus von durchschnittlich 0,23 Euro. Mit im Mittel 5,78 Euro pro Quadratmeter und Monat befindet sich das Niveau derzeit allerdings auf dem Stand des Jahres 2000 (5,81 Euro). Wie dies Ergebnis nun zu bewerten ist, darüber lässt sich diskutieren. Das wurde gestern bei der Präsentation des anerkannten Instruments zur Vergleichbarkeit von Wohnungsmieten der Landeshauptstadt im Rathaus deutlich.

In Kiel gibt es rund 135 000 Wohnungen. Der Mietspiegel wurde unter Mitwirkung von 875 Kieler Mieterhaushalten und einer großen Anzahl von Wohnungsunternehmen und Vermietern in einem Zeitraum von neun Monaten erarbeitet. Verantwortlich ist das Büro F+B aus Hamburg, das deutschlandweit die Wohnungsmärkte von 300 Städten vergleicht. Metropolen wie München und Stuttgart stehen preismäßig weit vorn. „Kiel liegt aktuell auf Platz 133“, so Dr. Michael Clar von F+B. Vergleichbare Zahlen gibt es aus Braunschweig (Platz 136) oder Osnabrück (Platz 146). Andere norddeutsche Städte sind in Sachen Miete deutlich teurer: So liegt Lübeck auf Platz 88, Norderstedt belegt Platz 19.

In den neueren Wohnungen mit Baujahr ab 1989 werden in Kiel weiterhin die höchsten durchschnittlichen Nettokaltmieten pro Quadratmeter Wohnfläche in Kiel gezahlt. Der Preis kann in dem Segment bis auf 8,85 Euro klettern.

Die Bandbreite der Interpretationen zum repräsentativen Mietspiegel reicht dabei von „als wichtiges Signal zur Kenntnis nehmen“ (Stadtverwaltung) über „Kieler Vermieter haben sich zurückgehalten“ (Haus und Grund) und die Aussage „teilweise kräftige Steigerung“ (Mieterverein) bis hin zu der Feststellung von „aktuell signifikanten Preisveränderungen nach unten im Luxusbereich“ und „Diskussion um Mietpreisbremse lassen Investoren Abstand nehmen“ (Hausverwaltung Schütt). Der Verband Norddeutscher Wohnungunternehmen zieht ein positives Fazit: „Die Zuzugzahlen sind positiv. Kiel kommt bei den Menschen wieder an.“ Die einzig richtige Antwort darauf laute: „bedarfsgerechter Neubau.“

Die Landeshauptstadt verzeichnete im Jahr 2013 rund 1700 Neu-Kieler, die Wohnraum benötigten. Um das Angebot ausreichend und bezahlbar zu halten, will die Stadt bis Jahresende 800 Baugenehmigungen erteilen. Einen Beitritt zur Mietpreiskappungsgrenzenverordnung des Landes lehnt sie ab. Sollte sich der Markt zuspitzen, tritt sie eventuell später bei. Der Dezernent für Soziales und Wohnen, Gerwin Stöcken, kündigte für Anfang 2015 einen Masterplan Wohnen an.

Der Mietspiegel Kiel 2014 wird als Broschüre zum Preis von 2,50 Euro erhältlich sein und erscheint voraussichtlich Mitte November. Der genaue Zeitpunkt wird vom Amt für Wohnen und Grundsicherung bekannt gegeben.

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