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Immobilien-Markt : Mieten steigen auch in Kiel weiter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Immobilienverband Nord sieht den Markt im Norden noch im Wachstum. Stadtnahes Wohnen bleibt gefragt. Mieten und Kaufpreise ziehen demnach auch 2013 noch an.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Mit ihren rund 300 000 Einwohnern zählt die Landeshauptstadt Kiel samt Umlandgemeinden zu den größten Immobilienstandorten Schleswig-Holsteins. Die Miet- und Kaufpreise steigen nach aktuellen Angaben des Immobilienverbandes (IVD) Nord auch 2013 noch weiter. Vor allem das stadtnahe Leben im guten und sehr guten Wohnsegment legt mit zwei bis zwölf Prozent im Vergleich zu 2012 deutlich zu. Das berichtete der Immobilienexperte Björn Petersen, Vorstandsmitglied im IVD Nord und selbst Makler und Verwalter in Kiel, gestern mit.

Die Gründe für diese Entwicklung liegen nahe. Weil wie Kiel auch andere Oberzentren wachsen, wächst die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen mit. Dementsprechend steigen die Immobilienpreise. Auch als Investition ist Eigentum gefragt – das verschärft die Lage zusätzlich. Der Preis-Anstieg für Eigentumswohnungen im sehr guten Segment im Vergleich zum Vorjahr betrug Petersen zufolge etwa zehn Prozent (auf 2 600 Euro pro Quadratmeter).

Auch auf dem Mietwohnungs-Markt findet sich diese Tendenz wieder. Seit dem Jahr 2000 sind die Nettokalt-Wohnungsmieten (Neuverträge) nach Angaben des IVD in Kiel je nach Baualtersklasse, in mittlerer Lage und in mittlerem Zustand zwischen satten 19 und knapp 30 Prozent gestiegen. Hintergrund: Das Statistische Bundesamt hat eine Erhöhung der Nettokaltmieten bundesweit mit durchschnittlich 15 Prozent angegeben. Parallel haben die Lebenshaltungskosten um rund 24 Prozent angezogen. Alles wird teurer – auch das Bauen der eigenen vier Wände: Ein Plus von 31 Prozent gibt das Statistische Bundesamt hier an. Unschwer zu erraten, dass im selben Zeitraum auch Wasserversorgung, Müllabfuhr und andere Dienstleistungen teurer geworden sind (19 Prozent). Keine Überraschung – die Energiekosten (ohne Strom) haben sich mehr als verdoppelt (plus 112 Prozent); die Kosten für Haushaltsstrom haben sich verdoppelt.

Dem IVD-Experten Petersen zufolge liegen die aktuellen Nettokaltmieten in der Landeshauptstadt entsprechend zwischen 5,50 und 9,80 Euro je Quadratmeter. In den Toplagen mit Fördeblick würden auch schon mal zwölf Euro gezahlt. Vor allem das Kieler Westufer wird demnach von Interessenten gesucht. Insbesondere kleine Wohnungen (1-/2-Zimmer) und große Wohnungen (4-Zimmer) würden verstärkt nachgefragt, so Petersen. Seine Prognose: Die Mieten für gehobene Objekte in gefragten Lagen werden weiter steigen. Allerdings sieht IVD-Nord-Sprecher Peter Wagner im Markt für Luxus-Objekte auch bereits ruhigere Tendenzen: „Die Preissteigerungsraten sind nicht mehr so hoch wie in den letzten zwei Jahren.“ Und er fügt beruhigend hinzu: „Der Gesamtmarkt Kiel ist deutlich entspannter als der in manch anderen norddeutschen Großstädten. Die Mieten sind immer noch bezahlbar – wenn auch möglicherweise nicht für jeden Interessenten im angesagtesten Stadtteil.“

Der Käufermarkt für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen zeige sich indes weitgehend stabil. Makler Björn Petersen zufolge ist in attraktiven Lagen der Innenstädte – noch dazu in gesuchten Wasserlagen – auch im Jahr 2014 mit leicht steigenden Preisen zu rechnen.

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