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Rocker am Landgericht Kiel : Mehrfache Vergewaltigung: Überraschendes Urteil gegen Hells Angel

vom

Er war wegen mehrfacher Vergewaltigung einer jungen Frau angeklagt. Dafür forderte der Staatsanwalt mehrere Jahre Haft. Doch das Gericht entschied anders.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 18:05 Uhr

Kiel | Im Prozess um die mehrfache Vergewaltigung einer mutmaßlichen Zwangsprostituierten hat das Kieler Landgericht am Freitag einen Rocker nur wegen dreifacher Körperverletzung verurteilt. Dem Richterspruch zufolge muss der Ex-Vizechef der inzwischen verbotenen Kieler Hells Angels der jungen Frau 8000 Euro Schmerzensgeld sowie eine Geldstrafe von 2500 Euro zahlen. Die ist allerdings mit der Entschädigung für die verbüßte Untersuchungshaft abgegolten. 

Die Kammer blieb damit weit unter dem Strafantrag des Staatsanwaltes, der dreieinhalb Jahre Haft wegen dreifacher sexueller Nötigung gefordert hatte. Er war davon ausgegangen, dass der Rocker die Frau zwischen September 2010 und April 2012 dreimal in besonders erniedrigender Weise vergewaltigt habe. Die Verteidigung des 57-Jährigen wollte Freispruch. Sie prüft nun Revision.

Nach Auffassung des Gerichts war es unstrittig, dass Opfer und Angeklagter miteinander Sex hatten. Allerdings sahen sich die Richter nicht in der Lage, aufgrund der Aussagen des Opfers von einem erzwungenen Geschlechtsverkehr auszugehen. Die junge Frau habe aber massive körperliche und seelische Verletzungen erlitten. Eine Sachverständige hatte im Verfahren Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen des mutmaßlichen Opfers geäußert. Daraufhin hörte das Gericht die Frau ein weiteres Mal. Sie ist im Zeugenschutzprogramm und Nebenklägerin.

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