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Kieler Unfallbilanz : Mehr Unfälle, weniger Tote und Verletzte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Polizeidirektion in Kiel verzeichnete im Jahr 2015 fast 9000 Verkehrsunfälle - die höchste Zahl seit zehn Jahren. Kleiner Trost: In mehr als 80 Prozent der Fälle blieb es bei Sachschäden.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2016 | 06:03 Uhr

„Licht und Schatten“ im aktuellen Verkehrssicherheitsbericht der Polizei für Kiel. So drückte es Thomas Bauchrowitz, Chef der hiesigen Polizeidirektion, gestern bei der Präsentation der Unfallstatistik für das Jahr 2015 aus. Konkret bedeutet das: Zwar gab es mit 8741 Unfällen im Stadtgebiet einen neuen Höchststand der letzten zehn Jahre – ein Plus von 5,6 Prozent. „Die anhaltende Tendenz setzt sich fort“, stellte Bauchrowitz nüchtern fest.

Doch in mehr als 80 Prozent der Fälle entstand dabei nur Sachschaden, es wurden leichtere Ordnungswidrigkeiten begangen. Auch sind weniger Tote und Verletzte zu beklagen. Sechs tödliche Verkehrsunfälle ereigneten sich 2015 in Kiel – ein Toter weniger als im Vorjahr. Drei Fußgänger waren darunter, zwei Motorradfahrer sowie ein Radfahrer. Auch die Zahl der Verletzten ist leicht um 2,9 Prozent (insgesamt 1461 verletzte Personen) gesunken: Damit entspricht die Kieler Unfallstatistik dem Landestrend. Erfreulich auch: Es gab 22 Prozent weniger Unfälle unter Alkoholeinfluss (insgesamt 91).

Insgesamt 35 Unfallschwerpunkte hat der Verkehrsexperte der Polizeidirektion, Stefan Kalinowski, ausgemacht, drei weniger als 2014. Das sind neuralgische Punkte, an denen mindestens drei Unfälle gleichen Typs geschehen sind. Etwa: Missachtung der Vorfahrt oder Abbiegefehler als Ursache. Auf Platz eins steht der Theodor-Heuss-Ring (B  76)/ Ratzeburger Straße (Güterbahnhof) bei einem Baumarkt. „Nach dem Umbau des Barkauer Kreuzes haben viele Verkehrsteilnehmer andere Wege gesucht“, erklärt Kalinowski. Beim Einordnen auf den Ring wurde wiederholt die Vorfahrt missachtet. Ergebnis: immer wieder Unfälle, zwei Mal waren auch Linienbusse beteiligt. An zweiter Stelle steht der Waldwiesenkreisel, wie in jedem Jahr. Elf Unfälle registrierte die Polizei – Fehler beim Einordnen und Abbiegen waren die Ursache. Auch der Exerzierplatz bleibt ein Unfallschwerpunkt – an der Kreuzung Kronshagener Weg. Trotz einer im letztem Jahr aktivierten Blitz-Säule gab es zehn Unfälle, allerdings gehäuft durch Auffahren. Immerhin hat die Stele Wirkung gezeigt: Es wurde nur ein Rotlicht-Verstoß festgestellt.

Verstärkt im Auge behält die Polizei zusammen mit der Stadt und dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Rendsburg auch eine weitere gefährliche Kreuzung: den Westring/Ecke Gutenbergstraße. Dort gab es mehr Unfälle als im Vorjahr, auch in diesem Jahr krachte es schon zwei Mal. Immer wieder werden Radfahrer zu Opfern, weil Autofahrer beim Rechtsabbiegen auf die Gutenbergstraße Richtung Autobahn Fehler machen. Die Unfallkommission der drei Behörden beobachtet die Entwicklung. Ein Warnschild für Rechtsabbieger („Achtung Radfahrer“) sei als erste Maßnahme angedacht, hieß es.

Erleichtert sind die Beamten aber darüber, dass die Zahl der Radfahr-Unfälle nach einem hohen Anstieg im Vorjahr um 26 Prozent nun um 5,3 Prozent gesunken ist. Denn Radler sind insgesamt am häufigsten unter den verletzten Unfallopfern vertreten. Autofahrer über 65 Jahren verursachten indes laut Polizei überproportional zu 66,8 Prozent die Unfälle selbst (211 von 348). Am häufigsten, weil Vorfahrten missachtet wurden oder Fehler beim Abbiegen passierten.

Eine auffällige Zahl, die der Polizei übrigens gar nicht gefällt: In gut einem Viertel (26,6 Prozent) aller registrierten Verkehrsunfälle in Kiel wurde Fahrerflucht begangen. Allerdings schränkt Stefan Kalinowski ein: „Fast die Hälfte dieser Fälle konnten wir aufklären – immerhin 46,6 Prozent.“

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