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Kieler Woche : „Mehr Tagesgäste als das Oktoberfest“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kiels OB Kämpfer meint augenzwinkernd: Die Kieler Woche ist das größtes Volksfest der Welt.

Ein Quäntchen Frechheit schadet der Stadt Kiel nicht, findet Ulf Kämpfer. Selbstbewusst, aber augenzwinkernd hat gestern der Kieler Oberbürgermeister dem Münchner Oktoberfest den Titel „größtes Volksfest der Welt“ abgesprochen – und ihn für die Kieler Woche reklamiert. Seine Rechnung geht so: Wenn das Oktoberfest an 16 Tagen 5,9 Millionen Besucher hat und die Kieler Woche an neun Tagen 3,8 Millionen Besucher, dann liegt Kiel umgerechnet bei 422  000 Tagesgästen – und München bei „nur“ 368  000 Besuchern am Tag. Das sorgte bei der Vorstellung des aktuellen Kieler-Woche-Programms im Rathaus für Gelächter.

Gut gelaunt stellte der Verwaltungschef die Höhepunkte der Kieler Woche (18. bis 26. Juni) in ihrem 134. Jahr vor. Eröffnen wird sie Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (Kämpfer: „Ich weiß, dass er Kiel gut kennt – insbesondere die Gaardener Kneipen“), begleitet von Ministerpräsident Torsten Albig und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (alle SPD) am Sonnabend, 18. Juni. Wie im Vorjahr wird ein „Tatort“-Kommissar für die musikalische Untermalung des Eröffnungsabends auf dem Rathausplatz sorgen – nach Axel Prahl („Tatort“ Münster) ist es in diesem Jahr Ulrich Tukur („Tatort“ Wiesbaden) mit den Rhythmus Boys.

Insgesamt rund 2000 Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Kleinkunst, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Unterhaltung und Sport werden auch in diesem Jahr, so hoffen die Veranstalter, rund drei Millionen Besucher an die Kiellinie locken. Publikumsmagneten dürften bei gutem Wetter wieder die Public Viewings zu den Fußballspielen der deutschen Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Frankreich werden.

Weitere Superlative: Als weltgrößtes Segel-Event will Kämpfer die Kieler Woche weiterhin verstanden wissen – und Kiel als Welthauptstadt des Segelns bewerben. „Auch ohne Olympiabewerbung legen wir Wert darauf“, stellte Kämpfer klar. Erwartet werden in Schilksee rund 5000, auch hochkarätige Segler aus mehr als 50 Ländern in 40 Segelklassen – und das kurz vor den olympischen Regatten in Brasilien.

Als „goldmedaillenreif“ bezeichnete Kämpfer das vielfältige Programm, das vor allem wegen der überwiegend kostenfreien Live-Musik auf den großen Bühnen an der Hörn, am Ostseekai und an der Reventlouwiese Besucher aus nah und fern anlockt. Auch wenn viele Auftritte noch nicht verraten wurden – bestätigt wurden neben Tukur etwa Konzerte bekannterer Künstler wie „Echo“-Gewinner Joris, Illegal 2001, Ärzte-Schlagzeuger Bela B. und Soul- und Jazz-Sänger Max Mutzke (beim Classic-Open-Air). Mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kommt ein weiterer hochrangiger Bundespolitiker nach Kiel. Er wird die Festrede zur Verleihung des Weltwirtschaftspreises halten.

Die Sicherheit vor dem Hintergrund der Terrorangrife auf Paris, Istanbul und Brüssel habe die Stadt zusammen mit der Polizei intensiv im Blick, so Kämpfer. Zu einem späteren Zeitpunkt wolle er sich dazu im Detail äußern. Kämpfer betonte jedoch, für die Besucher werde sich nichts ändern: „Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Einlass- und Taschenkontrollen geplant.“

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erstellt am 13.Apr.2016 | 06:06 Uhr

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