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Traurige Wende : Mehr Straftaten belasten Kiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erstmals seit 2007 stiegen die Fallzahlen. Vor allem Einbrüche nahmen zu – und die Zahl versuchter Einbrüche.

Mehr Wohnungseinbrüche, deutlich mehr Einbruchs-Versuche – und mehr Betrugsfälle, besonders im Internet: Leicht zerknirscht musste Kiels Leitender Kriminaldirektor Thomas Bauchrowitz gestern einräumen, dass zum ersten Mal seit 2007 die Zahl der Straftaten in der Landeshauptstadt angestiegen ist. „Das ist aber kein Grund zur Sorge“, betonte Bauchrowitz mit Blick auf einen langfristig um gut 30 Prozent gesunkenen Kriminalitäts- Trend in Kiel. Im Vergleich zu der Dichte an Delikten in anderen kreisfreien Städten (Lübeck, Flensburg, Neumünster) steht Kiel aber immer noch an letzter Stelle und damit gut da. Die Aufklärungsquote allerdings ist insgesamt leicht gesunken. Die Polizei führt das schlechtere Ergebnis auf erschwerte Ermittlungsarbeit bei Fahrraddiebstählen, Fahrzeugaufbrüchen und bei Einbruchdiebstählen zurück. Etwa weil die Täter aus überregionalen Gruppierungen heraus agieren.

Die nackten Zahlen: 1,4 Prozent mehr Straftaten (insgesamt etwas mehr als 24  000 Fälle) verzeichnete die Polizeidirektion Kiel. Dem steht eine Aufklärungsquote von 46,7 Prozent der Fälle gegenüber (Vorjahr: 48,4 Prozent). Von rund 8000 geschnappten Tatverdächtigen waren ganze 40 Prozent Wiederholungstäter.

Dem Kampf gegen Wohnungseinbrüche fühlt sich die Polizeidirektion besonders verpflichtet. Insofern ist es für Bauchrowitz ein enttäuschendes Ergebnis, dass das Ziel – sinkende Zahlen – trotz einer vorrangigen Bearbeitung nicht erreicht wurde. Durchschnittlich belasten mindestens zwei Einbrüche oder Einbruchsversuche pro Tag die Kieler – dafür steht die Gesamtzahl von 779 Taten im vergangenen Jahr. Darunter fallen 363 Versuche. Im Jahr 2012 lag die Zahl noch bei 200 Versuchen. „Hier zeigt sich, dass die Präventionsbemühungen der Kieler zum Schutz des Eigentums, aber auch Hinweise aus der Nachbarschaft, ihre Wirkung zeigen“, ergänzte Kiels Kripo-Chef, Kriminaldirektor Thorsten Steffens.

Nach wie vor mehren sich die Betrugsfälle im Internet, vorrangig bei Online-Auktionshäusern. Auch der Betrug an Tankstellen nahm aufgrund hoher Benzinpreise zu. Im vergangenen Jahr gab es einen Zuwachs von 14 Prozent beim Warenbetrug im Vergleich zum Vorjahr. Raubüberfälle entwickeln sich indes rückläufig, auch die Widerstände gegen Polizisten. Bei 184 Vorfällen (Vorjahr: 240) wurden zehn Beamte leicht verletzt.

Der Kreis Plön, für den die Polizeidirektion Kiel auch zuständig ist, ist weiterhin der sicherste Landstrich in Schleswig-Holstein. Dort ist die Zahl der Straftaten leicht gesunken – es waren insgesamt 6353 – und liegt auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Auffällig allerdings: In den Gemeinden nahe Kiel stiegen die Einbruchszahlen. Hier geht es um eine Zunahme von 241 auf 298 Fälle.

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erstellt am 23.Apr.2015 | 10:49 Uhr

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