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Nach Anschlag in Berlin : Mehr Polizei auf den Weihnachtsmärkten in Hamburg und SH

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Ein Lkw rast in Berlin auf einen Weihnachtsmarkt, zwölf Menschen sterben. SH reagiert mit mehr Polizei.

Kiel | Alle aktuellen Informationen zu den Ereignissen in Berlin gibt es in unserem Liveblog.

Nach dem mutmaßlichen Anschlag in Berlin verstärkt Schleswig-Holsteins Polizei die Sicherheitsvorkehrungen für Weihnachtsmärkte. „Die Polizei erhöht die Präsenz an Weihnachtsmärkten und ähnlich gelagerten Veranstaltungen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag. Im Norden gebe es weiter eine abstrakte Gefährdungslage. „Wir haben keine Hinweise auf konkrete Gefährdungssituationen - insbesondere was Weihnachtsmärkte anbelangt.“

Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich gegen eine Absage ähnlicher Veranstaltungen in Deutschland ausgesprochen. Über die Öffnung der Weihnachtsmärkte entscheiden Kommunen und Betreiber vor Ort. „Die Weihnachtsmärkte im Land können heute regulär öffnen“, sagte der Ministeriumssprecher. Es gebe keine Verfügung des Landes, dass sie geschlossen bleiben müssen. „Es steht aber im Benehmen der einzelnen Marktbetreibers, andere Maßnahmen zu ergreifen.“

Die Stadt Kiel prüft Konsequenzen des Berliner Ereignisses für die Weihnachtsmärkte auf drei Plätzen in der Stadt. „Wir sind in Gesprächen mit den Organisatoren und der Polizei“, sagte ein Stadtsprecher. Für die Opfer der Geschehnisse in der Bundeshauptstadt wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Den Kreisen, Gemeinden und Ämtern wurde empfohlen, sich der Trauerbeflaggung anzuschließen, wie das Innenministerium Dienstag mitteilte.

Gedenkverstanstaltungen auf verschiedenen Weihnachtsmärkten

In verschiedenen Gemeinden und Städten in Schleswig-Holstein wird am Dienstagabend der Opfer des Anschlags gedacht. Die Termine:

  • Flensburg, 18 Uhr: Innehalten zum Gedenken auf dem Weihnachtsmarkt des Flensburger Südermarktes
  • Schleswig, 18 Uhr: Innehalten zum Gedenken auf dem Schleswiger Weihnachtsmarkt am Capitolplatz
  • Heide, 18.45 Uhr: Schweigeminute auf dem Heider Weihnachtsmarkt
  • Flensburg, 19.30 Uhr: Friedensandacht in der Jugendkirche St. Michael in Flensburg am Ochsenmarkt

Torsten Albig zeigt sich entsetzt

Mit Bestürzung hat derweil Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auf den mutmaßlichen Terroranschlag reagiert. „Ich bin entsetzt und sehr traurig über diese abscheuliche Tat“ sagte Albig am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen und Freunden der Opfer. „Aber auch bei noch so großer Wut und Trauer sollten wir uns durch die irrsinnige Tat eines oder einiger wahnsinniger Mörder nicht darin erschüttern lassen, unser freies Leben zu leben. Denn das ist, was diese Verbrecher wirklich wollen: dass wir uns selber vor Angst unserer Freiheit berauben. Das darf niemals passieren.“

Hamburger Weihnachtsmärkte öffnen wie geplant

Die großen Weihnachtsmärkte in der Hamburger Innenstadt haben am Dienstag wie geplant geöffnet. Um kurz vor 11 Uhr öffneten die Buden vor dem Rathaus und am Jungfernstieg. Zu diesem Zeitpunkt waren nicht viele Besucher zu sehen. Zuvor hatten sich die Innenminister von Bund und Ländern gegen eine Absage von Weihnachtsmärkten und ähnlichen Veranstaltungen in Deutschland ausgesprochen. Am Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus wehte eine große Hamburg-Flagge auf Halbmast. Die Behörden werden die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. „Wir werden in Hamburg (...) natürlich die Schutzmaßnahmen rund um die Weihnachtsmärkte hochfahren“, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) im Hamburger Rathaus. Dazu gehöre eine sichtbare erhöhte Polizeipräsenz, Absperrelemente im Bereich von Zufahrten und zum Teil Umleitung des Lkw-Verkehrs. „Kollegen werden Schutzwesten tragen und Maschinenpistolen dabeihaben“, ergänzte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Es gebe aber keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge in Hamburg.

Für Dienstagabend ist eine Schweigeminute auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus geplant. „Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl sind in Berlin. Bei den Opfern, Verletzten, Familie und Freunden. Und auch bei den Händlern und allen, die das schreckliche Ereignis miterleben mussten“, erklärte eine Sprecherin der Veranstalter. Die Schweigeminute um 18 Uhr solle ein Statement für den Frieden sein. Es gebe am Dienstag aber keine Musik, sagte die Sprecherin. Auch der Weihnachtsmann werde nicht wie üblich mehrmals mit einer von Rentieren gezogenen Kutsche auf einem Seil über den Rathausmarkt fahren.

Olaf Scholz fordert harte Bestrafung

„Dieser furchtbare Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt und unseren Frieden muss hart bestraft werden“, erklärte Hamburgs Bürgermeister am Dienstag und fügte hinzu: „Wir fühlen mit den Opfern und trauern mit den Angehörigen der Toten und Verletzten.“

Betonpoller und Polizeipräsenz in Berlin

In der Hauptstadt selbst sollen in den kommenden Tagen mehr Polizisten unterwegs sein, zudem sollen Betonpoller an bestimmten großen Weihnachtsmärkten Zufahrten versperren, wie der Sprecher von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte. Polizeipräsident Klaus Kandt kündigte eine „robuste Präsenz“ an. Damit meint er unter anderem Polizisten in Sicherheitswesten und mit Maschinenpistolen vor den Eingängen der Weihnachtsmärkte.

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erstellt am 20.Dez.2016 | 11:54 Uhr

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