ÖPNV in Kiel : Mehr Busse, besserer Fahrplan

Ein ausgeklügeltes System: Trotz der gravierenden Baustellen auf dem Kieler Stadtgebiet zeigen sich die KVG-Kunden mit dem ÖPNV sehr zufrieden.  Fotos: Carstens (2)
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Ein ausgeklügeltes System: Trotz der gravierenden Baustellen auf dem Kieler Stadtgebiet zeigen sich die KVG-Kunden mit dem ÖPNV sehr zufrieden. Fotos: Carstens (2)

Hybridbusse, Nachtlinien, Solidaritätsticket: Die Kieler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) steht vor großen Herausforderungen. Da ist es beruhigend, dass sich die Kunden aktuell sehr zufrieden zeigen. Die Noten fallen im Vergleich zu den Vorjahren sogar noch besser aus.

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28. März 2019, 19:31 Uhr



Langzeit-Baustellen wie an der Holstenbrücke in der Innenstadt oder auf der Reventlou-Allee beim Landtag machen den Bus-Verkehr auf den Kieler Straßen nicht gerade einfacher. Denn Umleitungen kosten Zeit. Umso überraschender ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage unter den Passagieren der Kieler Verkehrs-Gesellschaft (KVG). Mit der Durchschnittsnote 2,02 fiel die Kundenzufriedenheit sogar noch leicht besser aus als in den Vorjahren (2,03 beziehungsweise 2,08).

Sabine Schirdewahn, die Leiterin des städtischen Eigenbetriebes Beteiligungen, wertet das Ergebnis von 2500 Befragungen auf sämtlichen KVG-Linien als gutes Omen. Gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Wiebke Bonow und Birgit Eichen nutzte sie die jüngste ÖPNV-Analyse, um die Projekte der Zukunft vorzustellen.

Mit insgesamt jährlich 33,2 Millionen Fahrgästen – das sind täglich durchschnittlich fast 100 000 – fällt der KVG eine wichtige Aufgabe in der Verkehrs- wie auch in der Klimapolitik zu. Mit dem Ankauf von 30 Hybridbussen – sie fahren auf Elektro-Basis mit Diesel-Unterstützung – ist die Flotte mittlerweile auf 185 Fahrzeuge gewachsen. Zugleich hat die KVG mit ihren 650 Mitarbeitern, darunter 500 im Fahrbetrieb, 50 neue Busfahrer (und Fahrerinnen) eingestellt.

Sie werden benötigt, um den Fahrplan kundenfreundlicher zu machen. Bessere Verbindungen in den Kieler Süden (sprich: Meimersdorf) sind ebenso im Gespräch wie die Ausweitung des 60-Minuten-Taktes auf vielen Sonntagsfahrplänen. Auch das System der Nachtbusse soll verbessert werden. „Der Bus ist ein soziales Massentransportmittel. Wir wollen ihn so gut wie möglich machen.“

Der Wirtschaftsausschuss hat sich jetzt mit einem veränderten Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) beschäftigt. So hat die Stadt mit beachtlichem Erfolg das Seniorenticket eingeführt. Das „Solidaritätsticket“ für alle Bedürftigen dürfte jährlich eine Dreiviertelmillion Euro kosten. Die Einführung des 1-Euro-Tickets schlägt mit 16 Millionen zu Buche, das Doppelte wäre es, wenn der Nahverkehr komplett kostenlos wäre.

Kiel hatte sich zeitweilig Hoffnungen auf Aufnahme in den Kreis der fünf Pilot-Städte (Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen) gemacht, die diesen Nulltarif mit Blick auf bessere Luft testen können. Doch es gab eine Absage. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer überraschte den Ausschuss jetzt mit dem Vorschlag, immerhin den 3. Oktober für den Testlauf zu nutzen – dann laufen in Kiel die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit. Seine Idee wurde wohlwollend aufgenommen.

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