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Wünsche zum Kleinen Kiel Kanal : Mehr Brücken, mehr Bäume, ein Strand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rund 700 Ideen, Fragen und Kritikpunkte äußerten Kieler zum Projekt Kleiner Kiel Kanal. Nicht alle sind realistisch. Das Millionen-Vorhaben soll noch in der ersten Jahreshälfte beschlossen werden.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2015 | 06:36 Uhr

Es ist das größte Projekt zur Verschönerung der Innenstadt, das die Kieler derzeit umtreibt: Der geplante Bau des millionenschweren, aber umstrittenen Kleinen Kiel Kanals an der Holstenbrücke. Seit Oktober hatte die Stadt die Pläne stark beworben und die Bevölkerung ermuntert, eigene Ideen einzubringen. Tatsächlich haben sich viele Kieler beteiligt. In zwei Monaten kamen nahezu 700 Anregungen, Fragen oder Kritikpunkte zusammen.

Was nicht alles gewünscht wurde: Bademöglichkeiten. Wasserspielplatz. Fußball- und Basketballplatz. Eine Surferwelle. Mehr Fußgängerbrücken. Ein Strand. Die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen. Mehr Bäume. Aber bitte keine mit Allergierisiko. Interessante Beleuchtung. Nachhaltige Materialien. Ein Plankenweg. Auch abwegige Vorschläge gab es: Shows mit Monster Trucks etwa oder der Wunsch nach einem Fanshop für den FC Bayern München.

Am Dienstagabend dann der Schlusspunkt der Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Verwaltungsspitze trat im Legienhof ebenso auf wie Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und weitere Fachleute. Sie erläuterten vor rund 150 Kielern, welche Impulse realisierbar, welche wenig Chance auf Erfolg hätten. Ein Strand – alles zu klein dort. Hygiene zu teuer. Wasserspielplatz – Bedenken wegen der Sicherheit. Sportplätze – zu wenig Fläche. Skater allerdings sollen Bereiche erhalten. Der Wunsch nach mehr Grün – wird geprüft, soll in den finalen Entwurf einfließen. Auch den Hinweis auf neue Übergänge über den Kanal nehmen die Planer ernst. Ebenso sondieren sie derzeit Materialien für einen maritimen Plankenweg. Alles vorbehaltlich der Finanzierbarkeit. Bisher schätzt die Verwaltung die Baukosten auf rund 11 Millionen Euro, spekuliert auf Fördermittel des Landes.

Noch einmal gab es den Versuch, das Publikum für die Wiederherstellung der Wasserverbindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel zu begeistern. Für eine Idee zu erwärmen, die ja schon seit 1920, spätestens seit den 80er Jahren durch die Stadt geistere, wie Bürgermeister Peter Todeskino betonte. Noch einmal die Möglichkeit für Kieler, Fragen zur Wasserqualität loszuwerden. Nicht alle Beiträge waren sachlich („Hirngespinste“), aber viele konstruktiv, einige zum Schmunzeln: „Meine Steuergelder dürfen Sie gern ausgeben.“

Übrigens: Der Kleine Kiel Kanal muss gar nicht so heißen. „Das ist nur ein Arbeitstitel“, räumte Todeskino ein. Eine Frau hatte kritisiert, der Begriff Kiel Kanal werde international doch mit dem Nord-Ostsee-Kanal assoziiert. Und: Die Verwaltung will Entwurf und Kosten noch in der ersten Jahreshälfte der Ratsversammlung zur Entscheidung vorlegen. Und wenn möglich, 2016 mit dem Bau beginnen.

Die Industrie- und Handelskammer zu Kiel stellte sich gestern demonstrativ hinter das Projekt („städtebaulicher Kernbaustein“). Auch der Innenstadthandel befürworte den Kanal, so Uwe König vom Förderkreis Kieler Altstadt.

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