DAK-Gesundheitsreport : Mehr als eine Million Fehltage in SH wegen Rückenschmerzen

In der kalten Jahreszeit bewegen sich viele Menschen zu wenig. Ein paar kurze Übungen helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen.  
In der kalten Jahreszeit bewegen sich viele Menschen zu wenig. Ein paar kurze Übungen helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen.

Nur eine Minderheit geht wegen der Schmerzen überhaupt zum Arzt. Betroffen sind 80 Prozent aller Beschäftigten.

shz.de von
17. Mai 2018, 12:01 Uhr

Kiel | Mit Rückenschmerzen quält sich nach Angaben der Krankenkasse DAK eine große Mehrheit der Beschäftigten in Schleswig-Holstein herum. Mehr als 1,1 Millionen Erwerbstätige seien im vergangenen Jahr betroffen gewesen und damit 80 Prozent aller Beschäftigten, teilte die DAK am Donnerstag mit. Fast jeder Dritte habe aktuell Beschwerden. Wie aus dem diesjährigen Gesundheitsreport der Kasse weiter hervorgeht, lag die Zahl der Fehltage über eine Million. Die Kasse stützt sich bei ihren Hochrechnungen auf eigene Daten und auf Umfrage-Ergebnisse. Rückenschmerzen seien der dritthäufigste Grund für Krankschreibungen, hieß es.

Die Zahl der Klinikaufenthalte infolge von Rückenleiden ist demnach in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Allerdings geht nur eine Minderheit der Betroffenen wegen der Schmerzen überhaupt zum Arzt.

„Das gesundheitspolitische Ziel, das Problem Rücken in den Griff zu bekommen, wurde nach den Ergebnissen unserer Studie nicht erreicht“, kommentierte der Leiter der DAK-Landesvertretung, Cord-Eric Lubinski.

Die Angebote bei Prävention und Versorgung müssten auf den Prüfstand. Die Zahl der Krankenhausfälle wegen Rückenschmerzen stieg laut DAK im Jahr 2016 auf 4900. Das seien 45 Prozent mehr gewesen als 2007. Mehr als die Hälfte der Patienten kam als Notfall in die Klinik.

Schleswig-Holsteiner werden allerdings deutlich seltener wegen Rückenleiden in Krankenhäuser aufgenommen als die Deutschen insgesamt im Durchschnitt. Neun Prozent aller Krankschreibungen im Norden entfielen 2017 auf Rückenprobleme. „Trotz eines verstärkten Engagements im betrieblichen Gesundheitsmanagement gibt es keine signifikante Verbesserung“, sagte Lubinski. „Wir müssen dem Rückenschmerz den Kampf ansagen und gemeinsam mit den Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

Den DAK-Angaben zufolge ist im vergangenen Jahr nicht einmal jeder dritte (29 Prozent) der von Rückenschmerzen Betroffenen deswegen zum Arzt gegangen. Jeder zweite Patient wurde mit Physiotherapie und mit Schmerzmitteln behandelt. Der Zusammenhang zwischen Stress und Rückenschmerzen sei in den Praxen fast gar nicht thematisiert worden. „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, forderte Lubinski.

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