Kirchengemeinde protestiert : Massive Kritik an Haus-Verkauf

Kommt der Abriss? Das Haus der Kirche wurde jüngst saniert.
Kommt der Abriss? Das Haus der Kirche wurde jüngst saniert.

Das Kieler Schlossquartier soll neu gestaltet werden. Die Kirchengemeinde St. Nikolai prangert nun eine „Kirchensteuer-Verschwendung“ an. Das Haus der Verwaltung des Kirchenkreises Altholstein wurde verkauft und wird abgerissen. Offenbar für Altholstein ein Verlustgeschäft.

shz.de von
02. Dezember 2013, 07:18 Uhr

Der geplante Verkauf des Verwaltungsgebäudes des evangelischen Kirchenkreises Altholstein im Kieler Stadtzentrum (wir berichteten) wird in der unmittelbar benachbarten Kirchengemeinde St. Nikolai zunehmend kritisiert. Der Kirchengemeinderat befürchtet eine „Verschwendung von Kirchensteuermitteln“ in Höhe von einer Million Euro.

Die Kirchengemeinde habe den jüngsten Beschluss der Kirchenkreissynode zum Verkauf des Hauses in der Eggerstedtstraße 13 „mit Bestürzung zur Kenntnis nehmen müssen“, heißt es in gestern bekannt gewordenen Erklärung. Altholstein will das Gebäude für drei Millionen Euro verkaufen. Damit soll der Weg frei gemacht werden für die bauliche Neugestaltung des Schlossquartiers. Voraussichtliche Käufer sind die Investoren Norddeutsche Grundstücksentwicklungsgesellschaft und Kieler Stadthaus GmbH.

Das Verwaltungsgebäude wurde nach Angaben des Kirchengemeinderats von St. Nikolai im Jahr 2000 für ebenfalls drei Millionen Euro vom Kirchenkreis erworben und später mit über einer Million Euro saniert. Der Abriss bedeute auch eine „Verletzung des Gebots der Nachhaltigkeit“, so die Erklärung. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein völlig intaktes Verwaltungsgebäude verkauft wird, um es danach abzureißen. Die Marktkirche St. Nikolai befindet sich wenige Meter neben dem Gebäude.

Die 90 Mitarbeiter der Kirchenkreisverwaltung werden voraussichtlich Mitte 2014 Koffer packen. Der Kirchenkreis strebt einen Umzug der Verwaltung in die Kieler Fabrikstraße unweit des Bahnhofs an. Dort sollen Büros auf zwei Etagen gemietet werden. Prof. Klaus Blaschke von der Nikolaigemeinde kritisiert auch diesen Schritt. Die Miete werde mit über 220 000 Euro jährlich zu Buche schlagen, der Mietvertrag solle für immerhin 30 Jahre vereinbart werden.



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