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Sophienhof : Massenbelästigung in Kiel: Innenminister Studt äußert sich

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Am Donnerstagabend sind drei junge Frauen im Kieler Sophienhof verfolgt und belästigt worden. 20 bis 30 Männer sollen daran beteiligt gewesen sein. Vier von ihnen wurden vorläufig in Gewahrsam genommen.

Kiel | Im Kieler Einkaufszentrum Sophienhof ist es zu mehreren sexuell motivierten Straftaten durch 20 bis 30 Männer gekommen. Vier Tatverdächtige wurden vorübergehend verhaftet, zwei davon sind wieder frei.

Nachdem es in der Silvesternacht am Hauptbahnhof in Köln in einem großen Ausmaß zu sexuellen Übergriffen und Belästigungen an Frauen gekommen ist, sind die Medien und die Bevölkerung für das Thema stark sensibilisiert. Es tauchen vermehrt Berichte über ähnliche Taten auf, nun auch in Kiel.

Am Freitagnachmittag äußert sich Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt und verurteilt die massive Belästigung. Der Vorfall sei nicht hinnehmbar und müsse aufgeklärt werden, sagt der SPD-Politiker auf einer Pressekonferenz. Sein ganzes Bedauern gelte den Betroffenen. „Ich bin froh, dass wir sofort mit entsprechender polizeilicher und psychologischer Hilfe haben helfen können“, sagt Studt. Es müsse dabei bleiben, dass die Menschen sich in diesem Land weiter im öffentlichen Raum frei verhalten und frei fühlen können. „Dafür müssen wir als Gesellschaft, dafür müssen wir als Staat, dafür muss unsere Landespolizei Sorge tragen. Da sehe ich meine Verantwortung, an der Stelle dann auch aus den Dingen, aus den Situationen zu lernen.“ Die Polizei habe gut und richtig reagiert. Sie hat inzwischen auch angekündigt, ihre Präsenz am „Sophienhof“ zu verstärken.

Der Kieler Vorfall sollte nicht in die Rubrik der Übergriffe von Köln oder Hamburg in der Silvesternacht eingeordnet werden, sagte Studt. Dennoch: „Man merkt, auch Schleswig-Holstein ist nicht so weit weg von den Orten, die wir bisher im Blick gehabt haben - diese Dinge passieren auch in Schleswig-Holstein.“

Zunächst hätten zwei Afghanen die Mädchen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren beobachtet, verfolgt und mit Mobiltelefonen gefilmt. Nach und nach stieg die Zahl der Männer, die die Mädchen belästigten, auf 20 bis 30. Nach erstem Ermittlungsstand kam es im Gegensatz zu den Silvesterattacken in Hamburg und Köln zu keinen körperlichen Übergriffen, wie es hieß.

Die beiden 19 und 26 Jahre alten Afghanen und zwei weitere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, nachdem sie gegen Polizisten Widerstand geleistet hatten. Zu Nationalitäten der anderen Beteiligten machte die Polizei zunächst keine Angaben.

In dem Einkaufszentrum und auf dem Weg ins Polizeirevier wehrten sich die Festgenommenen vehement gegen die Beamten. Es kam laut Polizei zu massiven Beleidigungen, Bedrohungen und Körperverletzungen. Die als Haupttäter geltenden beiden Afghanen wohnen in Kiel. Sie kamen in Polizeigewahrsam. Die anderen beiden Festgenommenen wurden nach Feststellung ihrer Identität wieder entlassen. Bei der medizinischen Untersuchung war auch der Polizeiarzt bedroht und beleidigt worden.

Zu den Übergriffen wollte sich am Nachmittag auch Innenminister Stefan Studt (SPD) vor der Presse äußern. Er hatte ursprünglich geplant, sich am Ort des Hubschrauber-Absturzes in Bimöhlen ein Bild von der Lage zu machen.

Den Angaben zufolge begann die Attacke gegen 17.30 Uhr. Demnach beobachteten die beiden Afghanen zunächst die Mädchen und verfolgten sie. In einem Restaurant fotografierten und filmten sie die Jugendlichen mit dem Handy. Nachdem sie die Aufnahmen verbreiteten, kamen 20 bis 30 weitere Verfolger mit Migrationshintergrund hinzu.

Zwei Mädchen flohen den Angaben zufolge aus Angst, schüttelten rund zehn Verfolger ab, kehrten dann aber aus Sorge um ihre Freundin zurück. Die beiden Afghanen stießen wieder hinzu und setzten ihr Treiben fort. Passanten alarmierten den Sicherheitsdienst, der die Polizei hinzuzog.

Bei ihren Ermittlungen wertet die Polizei auch Video-Aufnahmen aus dem „Sophienhof“ und die Handys der Festgenommenen aus.Die beiden Haupttäter, die in Kiel wohnen, wurden in der Polizeidirektion Kiel in Gewahrsam genommen. Die beiden anderen Männer wurden nach der Identitätsfeststellung wieder entlassen. Bei der ärztlichen Untersuchung kam auch gegenüber dem Polizeiarzt zu Beleidigungen und Bedrohungen.

Die jungen Frauen werden psychologisch betreut. Eine Ermittlungsgruppe hat mit Unterstützung der Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Es werden unter anderem Videoaufnahmen aus dem Sophienhof sowie die Mobiltelefone der Beschuldigten ausgewertet. Die Polizei verkündete, in den nächsten Tagen vor Ort zu sein.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die Hinweise zu den Abläufen am Donnerstagabend machen können. Diese werden gebeten, sich telefonisch unter 0431 - 160-3333 oder 0431 - 160-1210 zu melden.

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erstellt am 26.Feb.2016 | 14:29 Uhr

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