Ratsdienergarten : Masomi siegt beim Kieler Woche-Poetry Slam

Fand die richtigen Worte: Sulaiman Masomi (links) gewann das Finale beim Poetry Slam gegen Andy Strauss (Mitte). Moderator Björn Högsdal gratuliert dem verdienten Sieger.
Fand die richtigen Worte: Sulaiman Masomi (links) gewann das Finale beim Poetry Slam gegen Andy Strauss (Mitte). Moderator Björn Högsdal gratuliert dem verdienten Sieger.

Sulaiman Masomi setzte sich beim Poetry Slam auf der Kieler Woche gegen Andy Strauss durch.

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27. Juni 2013, 08:51 Uhr

Kiel | "Es ist kein gutes Gefühl, als Afghane gegen einen Amerikaner zu verlieren", sagte Sulaiman Masomi bei der zweiten Vorrunde des Poetry Slam auf der Jungen Bühne. Er tat es dann auch nicht, setzte sich am späten Dienstagabend gegen den US-Amerikaner Tim Stafford durch und verwies im Finale Andy Strauss auf den zweiten Platz.
Das Warm-Up des Abends lieferte Moderator - und seines Zeichens ebenfalls bekannter Poetry Slammer - Björn Högsdal. Dann eichte er das Publikum für die Klatschwertungen. "Zeigt mir mal einen Applaus für einen Text, der besser nie geschrieben worden wäre", sagte er und ließ die Menge bis zum ultimativen Zehn-Punkte-Klatschen zur Höchstform auflaufen.

Männlichkeit und Babys

Nachdem die Reihenfolge der gelosten Duelle feststand, starteten Andy Strauss aus Münster und Torsten Wolff aus Kiel mit einem Gedicht über die Männlichkeit und wie sie definiert wird und einem Text über den Wunsch, ein Ninja zu werden. Auch wenn Wolff als kleiner Kampf-Turtle eine gute Figur abgab, hatte der Münsteraner das Publikum auf seiner Seite. Der Däne Peter Dyreborg hatte danach gegen Mona Harry aus Hamburg keine Chance. Sie glänzte mit einem Text über das Leben in der Stadt und zog das Publikum mit aberwitzigen Alliterationen in ihren Bann. Das belohnten die rund 2000 Zuschauer mit einem stattlichen Zehn-Punkte-Klatschen.
Das Duell zwischen Tim Stafford und Sabrina Schauer hätte knapper kaum sein können. Auch wenn Stafford sich mit seiner Rache des kleinen Mannes in die nächste Runde textete, hatte es Schauer mit ihrer gelungenen Beschreibung von Dates und One-Night-Stands ebenfalls verdient, weiterzukommen - doch das Publikum hatte entschieden. Tobias Kunze aus Hannover sorgte bei den Zuhörern mit seinem Text über den verlorenen Frühling zwar für einige Lacher, doch möglicherweise hatte er sich zu sehr auf die Showeffekte und weniger auf den Text konzentriert.
Gegen Masomis Geschichte über das Sonnensystem als pubertierende Jungs, die auf die Venus abfahren, hatte er keine Chance. Im Finale setzte Masomi dann noch einen drauf, erzählte von ausländischen Paaren, die sich auseinander integriert hatten, und ließ für Andy Strauss die "Sonne im Migrationshintergrund untergehen", der die Zuhörer mit Ausführungen über eine Kissenschlacht mit Schrauben und Babys für sich gewinnen wollte. Mit etwas Verspätung kürte Högsdal Masomi zum Sieger und applaudierte für die getroffenen Entscheidungen auch dem fachkundigen Publikum.

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