Eine Welt – Ein Ozean : Maritimes Müll-Sammeln

Viel Moos für die Müllsammler:  (von rechts) Herwig-Eggerstedt und Lutz Sommer vom Futterhaus überreichen Günther Bonin von „One Earth – One Ocean“ an Bord des Katamarans „Seekuh“ den Scheck über 40 000 Euro.
Viel Moos für die Müllsammler: (von rechts) Herwig-Eggerstedt und Lutz Sommer vom Futterhaus überreichen Günther Bonin von „One Earth – One Ocean“ an Bord des Katamarans „Seekuh“ den Scheck über 40 000 Euro.

Die „Futterhaus“-Kette spendet der Organisation „One Earth – One Ocean“ 40 000 Euro für saubere Meere. Mit den Spezialschiffen und Katamaranen rücken die Umweltschützer vor allem dem Plastikmüll zu Leibe.

shz.de von
20. November 2018, 18:20 Uhr



Eine hehre Aufgabe: Die Organisation „One Earth – One Ocean“ nimmt den weltweiten Kampf gegen Plastikmüll auf. Zu ihren Spezialschiffen gehört die „Seekuh“. Der Katamaran liegt nach seinem sechsmonatigen Einsatz in Hongkong zurzeit an der Pier des Kieler Seefischmarktes und will demnächst nach Geisternetzen und weiterem Abfall in der Ostsee fischen. Eine namhafte Spende kommt wie gerufen: Mit 40 000 Euro unterstützt das „Futterhaus“ das Projekt für saubere Meere.

„One Earth – One Ocean“ ist sozusagen der Hauptgewinner einer Aktion, die „Futterhaus“-Chef Herwig Eggerstedt ins Leben gerufen hatte. Er lockte seine Kunden eine ganze Woche lang mit einem Rabatt von 8 Prozent und spendete weitere 2 Prozent des Umsatzes in den zentralen Fonds. Zugleich suchte Eggerstedt nach würdigen Organisationen. So erhielten die Initiative „Pferdeklappe“ mit ihrer beispielhaften Tiervermittlung, der Verein „Gesundheit durch Tiere“ und das Hunde-Projekt „Start ins neue Leben“ jeweils 2500 Euro. Und mit 40 000 Euro ging der Löwenanteil an die Müllsammler auf den Meeren.

Günther Bonin, der Gründer, von „One Earth“, hatte vor zehn Jahren sein Erweckungserlebnis, als er 2008 beim Überführungtörn der „Samarkand“ mitten hinein in den riesigen Müllausstoß eines Frachters fuhr. Auf der „Samarkand“ segelten einst Grace Kelly, John F. Kennedy, Marilyn Monroe oder auch der erste US-Astronaut John Glenn – der Abfall im Ozean passte nun gar nicht zur mondänen Bootsgeschichte. „Das war die Geburtsstunde der Organisation“, erinnert sich Bonin an die Anfänge.

Ein Dutzend Frauen und Männer arbeiten heute für „One Earth – One Ocean“, die Initiative lebt vorwiegend von Spenden. „Wir wissen, dass wir die Welt nicht retten können, aber wir wollen sie ein wenig besser machen“, sagt Bonin über die Umweltschutzarbeit auf den Weltmeeren. Ihm geht es neben der Kernarbeit, dem Einsammeln des Abfalls, um die Arbeit in den Köpfen, das Umdenken. Allein in Hongkong fallen 5000 Tonnen Plastikmüll an – täglich wohlgemerkt. Im indischen Bombay sollen es sogar 7000 Tonnen sein. Der treibende Meeres-Abfall ist längst zum globalen Problem geworden, an dem die Deutschen nicht unschuldig sind. Klar ist für Bonin und seine Mitstreiter: „Wenn wir die Ozeane nicht sauber bekommen, ist es irgendwann mit der Menschheit vorbei.“

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