Willkommen an Bord : Marine lädt zum Open Ship

Das Patrouillen-Boot Blazer ist eines der vier kleinsten von 31 Schiffen, die zur Kieler Woche im Tirpitzhafen festgemacht haben. Leftenant Amie Jackson und ihre Auszubildenden Thomas Henry und Daniel Ryley freuen sich auf die Begegnungen in den nächsten Tagen.
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Das Patrouillen-Boot Blazer ist eines der vier kleinsten von 31 Schiffen, die zur Kieler Woche im Tirpitzhafen festgemacht haben. Leftenant Amie Jackson und ihre Auszubildenden Thomas Henry und Daniel Ryley freuen sich auf die Begegnungen in den nächsten Tagen.

35 Schiffe warten heute, morgen und Mittwoch im Tirpitzhafen auf Besucher / Feldpostamt bietet Sonderstempel

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21. Juni 2014, 05:42 Uhr

Internationales Flair im Tirpitzhafen: 35 Marineeinheiten aus neun Nationen haben dort gestern pünktlich zum Start in die Kieler Woche festgemacht. Flaggschiff ist die deutsche Fregatte Hamburg, die wie die meisten der Schiffe direkt aus einem nationenübergreifenden Manöver in der Ostsee kommt. Heute, morgen und am Mittwoch laden sie Besucher zum Open Ship ein.

Geradezu klein erscheinen die vier Patrouillenboote der Briten an der Pier. Neben jeweils fünf Besatzungsmitgliedern haben sie zehn Studenten 14 verschiedener Universitäten an Bord, die in sechs Wochen „all die guten Sachen lernen, die die Navy unterrichtet“, sagt Kapitän Leftenant Amie Jackson und schiebt mit einem Lächeln hinterher: „Navigation, Seemannschaft, Disziplin“. Die Kieler Woche sei für sie eine tolle Gelegenheit, Einheiten anderer Nationen kennen zu lernen. Jackson ist das erste Mal in Kiel und hat „nur fantastische Dinge“ über die Stadt gehört, die sie in den nächsten Tagen selbst erleben möchte. Thomas Henry, Maschinenbau-Student, war auch noch nie in der Sailing City und möchte unbedingt das Ehrenmal in Laboe besuchen. Sport-Student Daniel Ryley weiß von einem früheren Besuch, was Kiel zu bieten hat und verrät: „Ich würde am liebsten alles sehen.“ Das geht der Besatzung des algerischen Schulschiffs La Soummam wohl genauso – noch nie war Algerien auf der Gästeliste der Marine zur Kieler Woche vertreten.

Mit 190 Metern das größte Schiff im Hafen ist die USS Mount Whitney, ein Führungsschiff, das vom Zerstörer USS Oscar Austin begleitet wird. Für beide gelten besondere Sicherheitsbestimmungen – ob auch sie ihre Gangway für Gäste herunterlassen, wird kurzfristig entschieden.

Die HNLMS Luymes der niederländischen Marine wurde beim Einlaufen unvorhergesehen zum Retter: Ein Katamaran war südwestlich des Kieler Leuchtturms gekentert. Nachdem er der Crew nicht gelungen war, das Boot wieder aufzurichten, nahmen die Niederländer es in Schlepp und die Havaristen an Bord.

Auf dem Weg in die Stadt kommt jeder der 2500 Soldaten am Feldpostamt vorbei, das Fregattenkapitän Diethelm Scholle mit seinem Team aufgebaut hat. Dort können zivile Briefe und Postkarten mit Sonderstempel oder auch -briefmarke aufgegeben werden, aber auch Feldpost für Soldaten im Einsatz – die sogar kostenlos. Scholle weiß, wie wichtig Grüße aus der Heimat, die ohne Strom auskommen, für die Kräfte sind, die oftmals auf sehr engem Raum zusammen leben. „Gefährlichster Einsatzort zurzeit ist Kabul“, erklärt Scholle, der heute und morgen gemeinsam mit Kindern einen besonderen Gruß für die Soldaten dort gestalten möchte: Mit ihren Händen sollen sie Wellenabdrücke auf ein Bettlaken bringen – darüber der Schriftzug „Grüße von den Kieler Woche-Kids“. Mitte nächster Woche schon wird es in Kabul sein, kündigt Scholle an.

> Open Ship heißt es heute und morgen und am Mittwoch, 25. Juni, von 13.30 bis 17.30 Uhr – eine Stunde länger als in den Vorjahren für Besucher ab zwölf Jahre. Ab 13 Uhr verkehrt ein kostenloser Barkassen-Shuttleservice vom Fähranleger Bellevue.

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