Kieler Anbaden : „Man fühlt sich wie in einem Eiswürfel“

Um Punkt 12.30 Uhr fiel gestern der Startschuss: 180 Unerschrockene eröffneten in der 2 Grad kalten Förde die Badesaison.
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Um Punkt 12.30 Uhr fiel gestern der Startschuss: 180 Unerschrockene eröffneten in der 2 Grad kalten Förde die Badesaison.

Die Wassertemperatur liegt bei 2 Grad, die Luft war mit 7 Grad auch nicht richtig warm: Dennoch wagten sich gestern 180 mutige Schwimmer an der Seebadeanstalt ins Wasser. Damit ist die Badesaison an der Förde eröffnet.

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25. März 2018, 17:32 Uhr

Vor einem Jahr lockte das Anbaden über 200 mutige Schwimmer ins Wasser – doch es war eben auch spürbar frühlingshafter. Gestern stürzten sich bei 7 Grad Lufttemperatur aber immerhin 180 Unerschrockene im Seebad Düsternbrook in die nur 2 Grad kalten Fluten der Förde. Unter ihnen waren sowohl alte „Wasserratten“ als auch Neulinge.

Während Barbara Neumann (72) aus Reinbek bei Hamburg sich bereits zum vierten Mal das offizielle Kieler Anbaden nicht entgehen ließ, war es für Tochter Dorothea Neumann eine Premiere. Die 34-Jährige stieg vorsichtshalber mit Neoprenanzug ins Wasser – schließlich war es ihr erstes Bad bei solchen Temperaturen überhaupt.

Nadine Sydow (31) aus Kiel gehörte bereits 2017 zu den Teilnehmern. „Im letzten Jahr war es schöner“, stellte die in Frack und Bademantel gehüllte Erfinderin des Anti-Schnecken-Schutzanstrichs „Schnexagon“ fest. Zum fünften Mal, also von Anbeginn, dabei war Jonathan Hartmann. Im Vorfeld organisiert der Kiel-Marketing-Mitarbeiter das Anbaden mit, zum eigentlichen Bad in der Förde aber kommt er privat. Nach dem Bad ging es für ihn in die Fass-Sauna, die an der Kiellinie zum Aufwärmen bereitstand.

Die Kommentare der Schwimmer nach dem Bad waren ziemlich einhellig. Von „recht frisch“ bis „arschkalt“ reichte das Spektrum. Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster nannte es „unglaublich. Man fühlt sich im Wasser, als würde man in einem Eiswürfel stecken“, urteilte er nach seiner Förde-Runde.

Bei den Verkleidungen wurden die „Kleine Meerjungfrau“ und das „Krümelmonster“ als originellste Kostüme prämiert, der Preis für die größte Gruppe ging an sieben Mitglieder der Partei „Die Partei“. Etwa 500 „Sehleute“ verfolgten – warm angezogen – an der Seebadeanstalt das Spektakel im Wasser und an Land.

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