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Überfall auf Kieler Juwelier : Mammutprozess gegen Räuberbande beginnt

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Sie sollen Juweliere und Pfandleihhäuser in der gesamten Bundesrepublik überfallen haben. Nun müssen sich zwölf Mitglieder einer international operierenden Bande vor Gericht verantworten.

Kiel | Sie agierten brutal und kaltschnäuzig: Mit einem Elektroschocker haben zwei unmaskierte Räuber vor rund einem Jahr am helllichten Tag ein Auktions- und Pfandhaus in Kiel überfallen, fesselten den einzigen Angestellten und erbeuteten kostbaren Schmuck im Wert von rund einer halben Million Euro. Ein ähnlich brutaler Überfall am helllichten Tag wurde wenige Wochen vorher in Düsseldorf begangen.

Gut eineinhalb Monate später zerschlägt die Polizei dann eine osteuropäische Räuberbande, die für die Überfalle verantwortlich sein soll. Am Freitag beginnt nun gegen zwölf Männer in Schleswig-Holstein der Prozess – aus Platzmangel nicht im zuständigen Landgericht Kiel, sondern in den Räumen des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig. Denn die Zahl der Prozessbeteiligten wird groß.

Die zwölf Angeklagten werden von je zwei Pflichtverteidigern vertreten, sagt die Sprecherin des Kieler Landgerichts, Rebekka Kleine. Hinzu kommen zwei Nebenkläger mit ihren Rechtsbeiständen, zwei Staatsanwälte, die Richter. Da die Angeklagten aus Litauen kein Deutsch sprechen, muss gedolmetscht werden. Dafür wird es Simultanübersetzungen geben, die die Angeklagten per Headset empfangen.

Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft den Männern im Alter zwischen 22 und 40 Jahren vor, in wechselnder Zusammensetzung und Verantwortung die Überfälle begangen zu haben. Angeklagt sind sie wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung sowie der Beihilfe dazu. Bei ihren Taten sollen die Bandenmitglieder äußerst brutal vorgegangen sein. Der Düsseldorfer Juwelier wurde bei dem Überfall schwer verletzt. In Kiel haben die Täter einen 25-jährigen Mitarbeiter des Pfandhauses brutal mit einem Elektroschocker misshandelt.

Zudem wird den Angeklagten vorgeworfen, sich zu einem weiteren geplanten Überfall München verabredet zu haben. Doch dazu kam es nicht mehr. Die Polizei griff vorher zu. Die Tat habe durch intensive Ermittlungsarbeit verhindert werden können, betonten die zuständigen Behörden im November 2014 nach den Festnahmen unter anderem in der bayerischen Landeshauptstadt und in Berlin - wo der Kopf der Bande vermutet wurde. Es sei hochgefährlich gewesen, die Täter in der belebten Münchner Innenstadt tagsüber zu stellen, sagte der Kieler Polizeidirektor Thomas Bauchrowitz damals in einer Pressekonferenz. „Wir mussten davon ausgehen, dass sie bewaffnet waren.“

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erstellt am 28.Sep.2015 | 10:08 Uhr

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