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ReformaTionstruck : Luthers Lehre ist auf dem Weg

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kiel genießt ein Privileg: Am 27. April rollt der sogenannte „Reformationstruck“, der gegenwärtig durch Europa tourt, auf den Rathausplatz. Der Kirchenkreis Altholstein hat für den zweitägigen Luther-Lasters ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.

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erstellt am 19.Apr.2017 | 18:27 Uhr

Es steht noch ein wenig einsam auf dem Asmus-Bremer-Platz, das hölzerne Tor mit seinen beiden seitlichen Bänken und der blauen Landkarte mit europäischen Städtenamen. Die drei Meter hohe Konstruktion in der Kieler Innenstadt symbolisiert für den Kirchenkreis Altholstein das „Tor zur Reformation“ und wird seine Bedeutung voll entfalten, wenn Ende April der sogenannte „Reformationstruck“ auf den Rathausplatz rollen wird. Dieser 16 Meter lange Brummi tourt seit Monaten durch Europa – Kiel ist die einzige deutsche Stadt im Norden, die er anfährt.

Im Herbst war der Reformationstruck in Rom – dem Zentrum der katholischen Glaubenslehre – gestartet. 25  000 Kilometer hat er seitdem zwischen dem schweizerischen Genf und dem finnischen Turku, dem irischen Dublin und dem lettischen Riga hinter sich gebracht. Wie Wilko Teifke vom Kirchenkreis Altholstein und Daniel Mourkojannis als Leiter der Arbeitsstelle Reformationsjubiläum in der Nordkirche betonen, fährt der Truck insgesamt 67 Städte in 19 Ländern an , bevor er im Mai in Wittenberg sein letztes Etappenziel erreichen wird.

An Bord befinden sich Bildschirme und Multimedia-Stationen. Sie erzählen von der Geschichte der Reformation, die ja bekanntlich vor 500 Jahren mit dem Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517 an die Wittenberger Schlosskirche ihren Anfang genommen und sich in den Folgejahren schnell in Europa verbreitet hatte.

Unter dem Motto „Was zählt wie viel?“ künden auf dem Kieler Rathausplatz Videos und Hörfunkbeiträge bei einer Tasse Kilimandscharo-Kaffee und dem inklusiven „Pausenbrot“ von Aufbruch und Abenteuer. Das steht im historischen Zusammenhang mit der Reformation, die für den Theologen Teifke ja auch stets Transformation und Veränderung war.

Bei der Lesung aus dem Briefwechsel Luthers mit Kieler Akteuren (siehe Rahmenprogramm weiter unten) wird aus Originalbriefen zitiert. So warnt der Kirchen-Erneuerer 1528 – als die Reformation in Kiel bereits gesiegt hatte – vor den radikalen Ansichten des Täufers Melchior Hofmann, der kirchliche „Zeremonien gewaltsam vertreiben“ möchte. Luther poltert gleichzeitig gegen den Katholiken Wilhelm Pravest, von dem er sich übel hintergangen fühlt: „Ich wundere mich, dass ihr fliegenleichten Papisten Euch daran ergötzt, Eure Sache mit Listen und Lügen zu betreiben.“  

Rahmenprogramm:

> Freitag, 28. April: Der Kieler Propst Thomas Lienau-Becker wird den Truck am Nachmittag auf dem Rathausplatz willkommen heißen.
> Freitag, 19 Uhr: Eröffnung des Europäischen Stationenweges in der Kirche St. Nikolai am Alten Markt. Lesung aus dem Briefwechsel von Martin Luther 1528 mit Kieler Theologen.
> Sonnabend, 29. April,11 Uhr: Alternative Stadtführung zu den Kieler Orten der Reformation mit dem Historiker Uwe Trautsch.
> Sonnabend-Nachmittag: Konzert mit der christlichen Musikerin Miriam Buthmann auf dem Rathausplatz, anschließend Auftritt der Poetry-Slammerin Lena Iwersen. 16 Uhr: Asmus Bremer und seine Frau Dorothea Catharina besuchen den Brummi.
> Sonnabend, 18 Uhr: Empfang der Landeshauptstadt, des Kirchenkreises Altholstein und der Arbeitsstelle Reformation im Rathaus.
> Sonntag, 30. April, 10 Uhr: Propst Lienau-Becker verabschiedet in St. Nikolai den Reformationstruck Richtung Lemgo. Ab 20. Mai wird der Laster dann dauerhaft in Wittenberg stehen.

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