Kreuzfahrtterminal : Luftmessung im Kieler Hafen: Grenzwerte klar eingehalten

Das Kreuzfahrtschiff „AIDAluna“ am Ostseekai in Kiel.
Das Kreuzfahrtschiff „AIDAluna“ am Ostseekai in Kiel.

Laut Zwischenergebnis haben Kreuzfahrtschiffe im Hafen kaum Einfluss auf die Schadstoff-Belastung in Kiel.

shz.de von
14. September 2018, 13:44 Uhr

Kiel | Die Kreuzfahrtschiffe im Kieler Hafen haben nach neuen Messungen so gut wie keinen Einfluss auf die Schadstoffbelastung in der Landeshauptstadt. Dies sei das Zwischenergebnis einer mehrmonatigen Immissionsmessung rund um das Kieler Kreuzfahrtterminal, teilte der Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG, Dirk Claus, am Freitag mit. In einem zertifizierten Messverfahren sei bestätigt worden, „dass während der Schiffsliegezeiten alle geltenden Grenzwerte in der Umgebungsluft des Kreuzfahrtterminals eingehalten werden“.

Ein Zusammenhang mit den über den Grenzwerten liegenden Stickoxidbelastungen am Theodor-Heuss-Ring bestehe nachweislich nicht, betonte auch Berndt Burandt, Physiker und Geschäftsführer des Ingenieurbüros Lairm Consult aus Bargteheide, das die Messergebnisse im Auftrag des Kieler Hafens ausgewertet hat.

So lagen die Stickoxid- und die Feinstaubbelastungen in den bisher ausgewerteten Monaten April bis Juli meist unter der Hälfte der Grenzwerte. Die Messungen werden noch bis Jahresende fortgeführt, auch wenn die Kreuzfahrtsaison bereits ausklingt. „Nach den bisherigen Auswertungen ist die Luftqualität im Umfeld des Kreuzfahrtterminals gut“, resümierte Claus.

Unterschiedliche Messtechniken

Im Auftrag des Port of Kiel messen die Firmen Eurofins und Olfasense seit Beginn der Kreuzfahrtsaison die Gesamtimmissionen von Stickoxiden und Feinstaubpartikeln an den Standorten Ostseekai, Seegarten, Hegewischstraße und am Ostuferhafen. Kontrollmessungen erfolgen am Bremerskamp nahe dem Botanischen Garten.

Zum Einsatz kommen Schwebstaub-Messstationen (PM 2,5, PM 10) und Passivsammler (NO2) der Firma Eurofins, die durch Olfasense Sensorsysteme zur Messung der Luftgüte ergänzt werden. Optische Partikelzähler erfassen die Parameter PM 1, PM 2,5 und PM 10.„Das Eurofins Messverfahren ist vom zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) anerkannt und wird durch die Olfasense-Messungen ergänzt“, sagte Claus. Das Vorgehen sei mit dem LLUR und dem Umweltschutzamt der Stadt Kiel abgestimmt. Dass Umweltschützer mit mobilen Messgeräten teils zu anderen Ergebnissen kämen, liege daran, dass diese Partikelzähler nicht zertifiziert seien. Diese Geräte würden nicht nur Schadstoffteilchen messen, sondern zum Beispiel auch Regen oder Salz.

Luftreinhalteplan wird entwickelt

Die Stadt Kiel steht wegen der zu hohen Schadstoffbelastung am Theodor-Heuss-Ring unter Druck. Das Umweltministerium erarbeitet zurzeit einen Luftreinhalteplan in Kooperation mit der Stadt. Es fehlten aber noch die Ergebnisse von Gutachten, die die Stadt in Auftrag gegeben hat, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums sagte. Der frühere Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hatte die Option eines Diesel-Fahrverbots am Theodor-Heuss-Ring nicht ausgeschlossen. Die Stadt will dies verhindern.

Der Kieler Hafen hält an seinen Plänen fest, die Luftbelastung mit Landstromanlagen weiter reduzieren. 2019 soll in Kiel die norwegische Fährreederei Color Line eine Anlage bekommen, 2020 folge eine Landstromanlage für den Kreuzfahrtterminal, sagte Claus.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen