Kleiner Kiel : Lotosblüten zum Gedenken

Besucher setzten Papier-Lotosblüten zum Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki auf den Kleinen Kiel.
Besucher setzten Papier-Lotosblüten zum Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki auf den Kleinen Kiel.

Mehr als 200 Menschen gedachten in Kiel der 220 000 Atombomben-Opfer in Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945.

shz.de von
08. August 2018, 06:00 Uhr

Kiel | 73 Jahre nach den verheerenden Atombombenabwürfen durch US-amerikanische Flugzeuge auf die japanischen Städte Hiroshima am 6. August 1945 und Nagasaki am 9. August 1945 hatte die Kieler Hiroshima-Arbeitsgemeinschaft am Montagabend bereits zum 31. Mal zur Lotosblüten-Aktion im Hiroshimapark am Kleinen Kiel aufgerufen. Und mehr als 200 Besucher kamen.

Unter anderem mit dem Basteln von Papier-Lotosblüten gedachten sie der geschätzt 220 000 unmittelbaren Opfern der Angriffe sowie derjenigen, die bis heute an den Folgen sterben oder leiden. Benno Stahn vom Kieler Friedensforum warnte vor einem neuen Wettrüsten und forderte den Abzug aller noch in Deutschland stationierten US-Atomwaffen. „Wenn die Opfer von Hiroshima und Nagasaki überhaupt einen Sinn haben sollen, dann den, dass so etwas nie wieder passiert“, so Stahn. Stadtpräsident Hans-Werner Tovar wies darauf hin, „dass die Gefahr nicht gebannt sei, solange Atomsprengköpfe existieren“. Er nannte den 6. August 1945 einen „schwarzen Tag, an dem die Menschlichkeit durch Radioaktivität pulverisiert wurde“.

Der auf Tovars Grußwort folgende lautstarke Protest eines einzelnen Teilnehmers hinsichtlich der Kieler Rüstungsindustrie wurde von Benno Stahn mit Hinweis auf den Sinn der Gedenkveranstaltung nahezu im Keim erstickt. Der Journalist und Experte für atomare Waffen Jerry Sommer aus Bonn beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Frage, ob die Gefahr eines Atomkriegs wächst.

Er nannte aber nicht nur Gefahrenpunkte, sondern auch positive Beispiele, welche die Unwahrscheinlichkeit eines Atomkriegs aufzeigten.

Südamerikanische Folklore der Kieler Frauen-Formation „Sal de Casa“ sowie eine Tanzperformance für den Frieden – ein Kreistanz, bei dem die Besucher unter Anleitung der Bremer Ärztin Helene Streicher mitmachten – rundeten das Programm ab. Gegen 21 Uhr wurden wie in jedem Jahr die zuvor gebastelten Lotosblüten aus Papier und mit Teelichtern bestückt auf den Kleinen Kiel gesetzt, die ein stimmungsvolles Bild zum Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki abgaben.

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