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Liselotte und Max Schlegel feiern heute Gnadenhochzeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 06:52 Uhr

„Einer muss für den anderen da sein und es muss gemeinsame Interessen geben“. Das ist eines der Rezepte von Liselotte (91) und Max Schlegel (95), die heute ihre Gnadenhochzeit feiern und auf eine 70-Jährige gemeinsame Zeit zurückblicken.

Max Schlegel, Sohn eines Lokführers im bayerischen Wirsberg, entdeckte seine zukünftige Liselotte, Tochter eines Schulleiters, erstmals 1938 im Schwimmbad. „Ihre ganze Erscheinung hat mir gleich gefallen, sie war ein niedliches Mädchen“, sagt Max Schlegel heute. Nach anfänglich lockeren Kontakten lud Max seine Zukünftige im März 1939 zum Abiturball ein, wo man sich dann endgültig näher kam. Kriegsbedingt beschränkte sich der Kontakt zunächst jedoch aufs Briefeschreiben. Liselotte Macht wurde nach der mittleren Reife erst zum Arbeitsdienst eingezogen, anschließend zum Kriegsdienst „verdonnert“, Max Schlegel studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Meteorologie und war als Soldat bei der Luftwaffe. Pfingsten 1943, Max Schlegel war inzwischen Diplom-Meteorologe, wurde Verlobung gefeiert und am 12. Dezember des gleichen Jahres folgte die Hochzeit. „Wir haben ganz groß in Wirsberg gefeiert“, schwärmen beide heute noch von der Hochzeit mit „Volksfestcharakter“. „Wir luden den Sohn des Metzgers ein, da hatten wir schon mal Fleisch“, erzählt Liselotte Schlegel verschmitzt lächelnd. Und ein Bauer sorgte nicht nur für Butter und Eier, er fuhr das Brautpaar auch mit einem Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft zum Standesamt und der brechend vollen Kirche. Die anschließende Hochzeitreise führte das Paar nach Salzburg.

Bereits im Mai 1945 kommt Max Schlegel nach kurzer Kriegsgefangenschaft nach Hause, pünktlich zur Geburt von Tochter Uta im September. Schon einen Monat später beginnt der Meteorologe seinen Dienst beim Wetterdienst in Bad Kissingen, wo die kleine Familie ihre erste eigene Wohnung bezieht, von 1957 bis zum Ruhestand im Jahre 1983 dann beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach, wo er Leiter der riesigen Bibliothek wurde. Liselotte Schlegel kümmerte sich um die Tochter und den Haushalt. Gemeinsame Hobbys, wie das Schwimmen, Skifahren und Wandern, schweißten das Paar zusammen. Ab 1958 wurden dann auch Österreich, Spanien, Italien, Portugal und die Türkei mit dem ersten Auto, einem Käfer, erkundet.

Erst im Januar – im Alter von 90 respektive 94 Jahren – zogen sie nach Kiel-Schilksee, wo Tochter Uta bereits seit 1977 mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt. „Wir haben den Schritt nicht bereut und fühlen uns rundum wohl hier.“Noch heute erledigt Liselotte Schlegel den kompletten Haushalt und versorgt die ganze Familie mit ihren selbst gebackenen Kuchen und Plätzchen– außer heute, da wird gefeiert.


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