Lindenau-Verkauf: Entscheidung fällt morgen

Die Gorch Fock im Trockendock der Lindenau Werft Ende 2011. Auch aktuell gibt es genug Reparaturarbeiten im Kieler Traditionsbetrieb. Foto: schulze
Die Gorch Fock im Trockendock der Lindenau Werft Ende 2011. Auch aktuell gibt es genug Reparaturarbeiten im Kieler Traditionsbetrieb. Foto: schulze

shz.de von
19. Dezember 2012, 03:59 Uhr

Kiel | Arbeit gibt es derzeit genug in der Lindenau Werft. "Der Hof ist voll", bestätigt Jan Wilhelm, der als Insolvenzverwalter den Kieler Traditionsbetrieb retten will. Derzeit laufen Verhandlungen mit der Rendsburger Werft Nobiskrug, die Interesse an einer Lindenau-Übernahme bekundet hat. Bei einer Betriebsversammlung morgen in der Lindenau Werft in Friedrichsort will Wilhelm den aktuellen Stand der Verhandlungen verkünden, möglicherweise sogar eine Entscheidung. Diese war bis gestern Mittag noch nicht gefallen, bestätigt der Hamburger Insolvenzverwalter auf Anfrage.

"Die Belegschaft hat das Recht, als Erstes informiert zu werden", so Wilhelm. Hoffnung für die etwas mehr als 30 verbliebenen Beschäftigten bei Lindenau, denen bei einem Scheitern der Übernahmeverhandlungen die Kündigung droht. Das Unternehmen würde dann zum Ende des Jahres abgewickelt.

Die Werft, die früher für den Bau innovativer Doppelhüllen-Tanker bekannt war, war vor drei Jahren wirtschaftlich ins Trudeln geraten und im Zuge der Neuausrichtung zur Reparaturwerft umstrukturiert worden. Aber auch das hat offenbar nicht gereicht, um den Betrieb zu retten. Dabei sei der Standort in unmittelbarer Nähe des Nord-Ostsee-Kanals ideal, betont Wilhelm.

Im Falle der Übernahme durch Nobiskrug könnte Lindenau sogar noch wachsen, da die Rendsburger den Bereich Reparatur ausbauen wollen. Mächtiger Eigner von Nobiskrug ist seit 2009 die Werftholding Abu Dhabi MAR (Vereinigte Arabische Emirate), die sich auf den Bau von Luxusyachten spezialisiert hat.

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