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Empfang der neuen Studenten : Lernen in der „schönsten Stadt der Welt“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler Universität begrüßte zum Studienstart 3550 Erstsemester-Studenten. Es gab einen Empfang zwischen Bigband-Musik und dem Aufruf zur Hilfe für Flüchtlinge.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 06:05 Uhr

„Hallo! Segeln lernen in Kiel!?“ – Der junge Mann im Foyer des Audimax dürfte gestern hunderten Erstsemester-Studenten („Erstis“) auf dem Weg in den großen Hörsaal begegnet sein. Die Werbe-Karte des Akademischen Segler-Vereins wanderte genauso in Umhängetaschen und Rucksäcke wie stoßweise Infomaterial, Studenten-Magazine und Partyflyer: Semesterbeginn an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Das bedeutet: Unter den gut 25  000 eingeschriebenen Studenten sind 4800 neue Studierende an acht Fakultäten und in 185 Studiengängen. Der Empfang im großen Hörsaal galt den 3552 „Erstis“. Benjamin Zitzow, 20 Jahre alt und von der Insel Fehmarn, hatte einen der begehrten Sitzplätze im übervollen Saal ergattert: Parkett rechts, Reihe 18. Und Tag eins im Studium der Geowissenschaften.

Der begann so: Nach Musik der Uni-Bigband übernahm Bürgermeister Peter Todeskino das Mikro. Überraschend waren nicht seine launigen Worte über die „schönste Stadt der Welt“ mit ihrem „blauen Herzen“, der Kieler Förde – das ist Standard. Ungewöhnlich wirkten eher die ernsten Töne. Todeskino rief sein Publikum zur Mithilfe auf, sich bei der Unterstützung der Flüchtlinge zu engagieren: „Kiel ist sehr belastet durch die Schutzsuchenden.“ Bedrückend sei es, die Situation der Flüchtlingskinder zu sehen. Todeskinos Appell an die Studenten: „Ich hoffe, dass Sie auch ihr Herz aufmachen und sich den vielen tausend anschließen, die Unterstützung leisten.“ Aber in Kiel gibt es ja noch ein anderes großes Thema. Und so wollte der Bürgermeister die jungen Kieler auch ausdrücklich als „Multiplikatoren“ für eine Bewerbung der Landeshauptstadt als Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe im Jahr 2024 mit an Bord holen.

Apropos „schönste Stadt der Welt“: Da hätte der Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Wolfgang Duschl, als gebürtiger Münchner mit Todeskino noch ein Wörtchen zu reden gehabt. Doch der war da schon wieder weg.

Student Sebastian Zitzow hörte genau hin – Duschl ist zuständig für ihn. Zitzow lächelte. Offensichtlich kam der gut gelaunte Spruch des Dekans gut bei ihm an. Überhaupt geriet der 20-Jährige über Kiel als Studienstadt richtig ins Schwärmen: „In Kiel sind alle offen und warmherzig. Das ist ganz toll.“ Am Sonntagabend hat er sich mit einem Kumpel den Campus angesehen und kam gleich mit anderen Studenten ins Gespräch. „Noch eine Nummer besser“ als in Greifswald findet Zitzow Kiel und die Uni schon jetzt. „Die Struktur ist besser.“ Auch wenn er anfangs die Anmeldung zu den Kursen über verschiedene Plattformen etwas verwirrend fand. In Greifswald hatte der Fehmaraner zwei Semester Jura studiert, sich dann aber zum Wechsel nach Kiel entschlossen. Jetzt wohnt er nach längerer Suche in einem kleinen Appartement in einem Boardinghouse in Uninähe. Für Benjamin Zitzow ging der erste Tag mit Vorbesprechungen und Einführungsveranstaltungen weiter.

Unten im Foyer verschaffte sich Mira Wullf (20) bei den Infoständen einen ersten Überblick. Die Hamburgerin hat Kiel ganz bewusst als Studienstandort ausgewählt: „Ich wollte nach Kiel, um hier Mathe auf Lehramt zu studieren, wegen des Pädagogikzentrums.“ Bereits im Juni hatte sie nach Wohnungen gesucht. Jetzt hat sie eine eigene Wohngemeinschaft gegründet, 800 Meter von der Uni entfernt. Eine gute Distanz für den Radweg. Wenn denn nicht doch noch die nicht ganz ernst gemeinte Wetterprognose von CAU-Präsident Lutz Kipp eintritt: „In zwei Wochen haben wir Tiefschnee, dann kann man hier Skilaufen.“

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