Innenstadt : Leichte Lösung für Leerstände

Die Macher vom „Mokit“-Team: Finn Lassen (v.l.), Benjamin Unterluggauer, Henrieke Neumeyer, Simon Bruhns und Leon Clausen (nicht auf dem Foto ist Carolin Straka).
Die Macher vom „Mokit“-Team: Finn Lassen (v.l.), Benjamin Unterluggauer, Henrieke Neumeyer, Simon Bruhns und Leon Clausen (nicht auf dem Foto ist Carolin Straka).

Weltpremiere im Pop-up-Store an der Schlossstraße: Studenten zeigen erstmals ihre Entwicklung für leichte Regalsysteme. Das System soll die mobile Warenpräsentation erleichtern – und die wiederum ist in der Kieler Innenstadt beliebt.

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07. Januar 2019, 19:24 Uhr



Leerstand wird zu Freiraum – unter diesem Motto eröffneten am Sonnabend „Mokit“ und „No Talent“ ihren Pop-up-Store in der Kieler Schlossstraße. „Mokit“, ein Team aus sechs Industriedesign-Studenten der Muthesius Kunsthochschule entwickelte hierfür ein Möbelsystem, das Modelabel „No Talent“, Kommunikationsdesign-Studenten der gleichen Hochschule, bestücken den Laden mit ihren Textilien. Initiator des Ganzen ist die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi). „Die KiWi trat an uns heran mit der Bitte, ein nachhaltiges, flexibles Möbelsystem für Pop-up-Stores zu entwickeln“, so Susanne Kollmann, Koordinatorin beim Muthesius Transferpark, dem Kompetenzzentrum der Kunsthochschule. Aus elf Vorschlägen ging das System des Teams „Mokit“ als Sieger hervor. „Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Systemen ist, dass es flexibel, preiswert und nachhaltig ist sowie seine Nutzung für unterschiedlichste Anwendungen“, so Benjamin Unterluggauer von „Mokit“. Das System besteht aus lediglich drei Komponenten: Rundhölzer, Lochplatten aus Metall und Kunststoffverbindungen, welche Unterluggauer entwickelt hat. Aus nur diesen Komponenten lassen sich freistehende Regale oder Kleiderständer in verschiedensten Varianten, Tresen, Podeste für Warenpräsentationen, Tische, Sitzgelegenheiten und vieles mehr kreieren. Und mit etwas Stoff als Sichtschutz entsteht eine Umkleidekabine. Aus den Lochplatten entstehen kleine Kisten und selbst eine Bühne wäre machbar, wie Unterluggauer betonte. Die Kunststoffverbindungen wurden mithilfe von 3-D-Druckern gefertigt und sind so stabil, dass man sie auch zum Bau einer Leiter verwenden könnte. Durch die Flexibilität ist die Ladeneinrichtung schnell veränderbar, was gerade Pop-up-Stores zugutekommt, die bei Leerständen als kurzfristige Zwischennutzer auftreten und bei denen es nicht nur um den Verkauf geht, sondern die oftmals auch Veranstaltungen anbieten. So auch in der Schlossstraße: Neben „Mokit“, dass sein Möbelsystem vorstellt und dem Modelabel, das neben seinem Onlinehandel hier erstmals als stationärer Händler auftritt, wird es bis zur Schließung am 26.Januar auch Musikveranstaltungen und eine Fotoausstellung (ab 20 Uhr mit Musik) geben. Nach dem 26. Januar ist das Leichtigkeit ausstrahlende System ausleihbar und könnte somit übergangslos den nächsten Leerstand bestücken. Und was bedeutet der Name „Mokit“? Ganz einfach: „Mo“ für mobil und „Kit“, die englische Bezeichnung für Bausatz.

Das Projekt ist eine Kooperation der KiWi, dem Referat für Kreative Stadt der Stadt Kiel und dem Muthesius Transferpark und wird durch Kiel-Marketing sowie den Eigentümer Kersig Immobilien unterstützt, der die 130-Quadratmeter-Immobilie für die Zwischennutzung mietfrei zur Verfügung stellt.


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