Special Olympics in Kiel : Leichtathletin Barbara Böhler stolz: „Fünfte bin ich noch nie geworden“

Barbara Böhler.
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Barbara Böhler.

Nach einer Goldmedaille bei den Special Olympics in Pyeongchang ist die Sportlerin jetzt in Kiel erfolgreich.

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18. Mai 2018, 14:02 Uhr

Kiel | Barbara Böhler vom Förderverein Hochrhein sollte allen Fans des Wintersports ein Begriff sein – zumindest bei dem Klang ihres Nachnamens. Es handelt sich bei der überaus erfolgreichen Athletin nämlich nicht nur um eine erfolgsversprechende Leichtathletin, die bereits eine Goldmedaille bei den letzten Special Olympics in Hannover in der Disziplin 400-Meter-Lauf absahnte, sondern auch um eine ebenso erfolgreiche Alpine-Skiläuferin, die ein merklich gutes Ergebnis bei den Special Olympics Weltwinterspielen in Pyeongchang erzielt hat. „Babsi“, wie sie liebevoll von ihrer Familie genannt wird, durfte eine Goldmedaille im Riesenslalom mit nach Hause nehmen.

Bei der Familie Böhler handelt es sich um eine überaus sportliche Familie, denn Barbara ist nicht die einzige aktive Athletin. Ihre Schwester Stefanie Böhler, welche Siegerin bei den Olympischen Winterspielen in der Disziplin Skilanglauf wurde und sogar einen Weltrekord aufstellte, darf sich in der Sportlerwelt mit ihrem Namen rühmen.

Mächtig stolz darf der Vater der beiden Olympia-Siegerinnen auf jeden Fall sein, denn er hat bei ihren Erfolgen fleißig als Trainer mitgewirkt. Kurz vor den Special Olympics ist der gebürtige Baden-Württemberger regelmäßig von seinem Wohnort Ibach zu seiner Tochter Barbara nach Freiburg gefahren, um mit ihr zu trainieren. Barbaras Mutter Dorothea steht ebenfalls nicht untätig daneben, sondern trainiert ihre Tochter in einer kleinen Gruppe in der Disziplin Ski Alpin. Das dritte Kind im Bunde, Frank Böhler, war ebenfalls Langläufer und rundet das sportliche Bild der Familie somit perfekt ab.

Selbst in Extremsituationen verliert Barbara nicht die Fassung. Die erfahrene Athletin geht souverän mit lautstarken Zuschauerchören während ihrer Wettkämpfe um und startet stets freudestrahlend ins Rennen. „Ich freu’ mich echt.“, antwortet Barbara auf die Frage, ob sie während ihrer Turniere mit Nervosität zu kämpfen hat oder einfach nur Freude verspürt. Neben der Freude, an den Special Olympics teilnehmen zu dürfen, verspürt die 36-Jährige einen gewissen Ehrgeiz, zu gewinnen.

Zu den anderen Teilnehmern pflegt Barbara einen freundschaftlichen Umgang, nichtsdestotrotz legt sie viel Wert auf einen Platz auf der Siegertreppe. Doch selbst wenn „Babsi“ mal keine Medaille mit nach Hause bringt, sieht sie in jeder Situation einen Erfolg. Nach einer Platzierung auf dem fünften Platz bei einem Wettkampf am Bodensee freute sie sich besonders, denn „Fünfte bin ich noch nie geworden!“. Ihr stolzer Vater kommentiert ihren Optimismus mit den Worten: „Wir als ‚Normalsterbliche’ können uns oft eine Scheibe davon abschneiden, dass sie das Leben einfach positiv sieht.“

Die Autoren dieses Textes sind Studenten der Christian-Albrechts-Universität und berichten für uns von den Special Olympics.

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