Landesregierung führt den Einheitslehrer ein

Ausbildung für Pädagogen an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen wird angepasst

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31. März 2014, 14:46 Uhr

Der Einheitslehrer für Schleswig-Holstein kommt, das neue Lehrkräftebildungsgesetz dazu ist auf dem Weg. Damit werde die Lehrerausbildung an die veränderten Schulstrukturen angepasst, sagte Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) gestern in Kiel. Ziel der Reform sei es, Lehrkräfte für den Norden „auf höchstmöglichem Niveau“ auszubilden.

Künftig gibt es ein gemeinsames Lehramt für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Ausgebildet werden die Lehrkräfte an den Universitäten in Kiel und Flensburg. Zudem will Wende die Inklusion stärken. Dazu ist ein neues Studienangebot geplant, das neben Sonderpädagogik ein allgemeinbildendes Fach umfassen wird. Die Reform soll schon im August in Kraft treten.

Beifall für die Pläne kam aus der Koalition, Kritik hingegen aus der Opposition. „Wer die Gymnasiallehrer abschafft, der wird am Ende auch die Gymnasien abschaffen“, sagte der CDU-Hochschulpolitiker Daniel Günther. Zugleich kritisierte Günther den Aufbau teurer Doppelstrukturen in Flensburg. Ähnlich äußerte sich die FDP-Fraktion.

Deutschlands nördlichste Universität gilt als klare Gewinnerin der Reform. Die ehemalige Pädagogische Hochschule bildet bisher nur Lehrer für die Sekundarstufe I (Klassen fünf bis zehn) aus. Künftig soll die Uni in 13 Fächern auch ein Studium für die Sekundarstufe II (Klasse elf bis 13) anbieten. Damit legte das Kabinett gegenüber ursprünglichen Plänen von sieben Studiengängen noch sechs Fächer dazu.

2,15 Millionen Euro wird der Ausbau der Fächer bis 2019 kosten. In den Folgejahren rechnet Wende mit jährlichen Ausgaben von 1,35 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für zusätzliches Personal sowie 1,2 Millionen Euro für die Ausstattung von Laboren etwa für Physik, Chemie oder Biologie. Die seien aktuell „nur sehr einfach ausgestattet“. An der Uni Kiel gibt es dagegen im Fach Chemie 40 Laborplätze.

Einige Fächer wie Informatik, Französisch, Italienisch, Latein, Griechisch und Theologie seien auch in Zukunft nur an der einzigen Volluniversität in Kiel studierbar. Für Studierende beider Hochschulen sind künftig Schulpraktika sowie im Masterstudium ein Praxissemester vorgeschrieben. Damit kommen zusätzliche Kosten auf Studierende zu, die womöglich zwischen Uni und Ausbildungsschulen pendeln müssen. „Die Regierung prüft, ob und wie die Studenten bei den Fahrtkosten entlastet werden können“, heißt es dazu im Gesetzentwurf.

Offen ist, wie die Lehrkräfte künftig bezahlt werden. Die Ausbildung wird zwar weitgehend vereinheitlicht, bei der Besoldung bleiben aber vorerst Unterschiede. Bis Jahresende will Wende ein Konzept vorlegen. Die Lehrergewerkschaft GEW forderte eine Besoldung von „A 13 für alle“. Seite 5/ Kommentar Seite 2

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