Einweihung : Landeskirchenamt eröffnet die neue Zentrale

Den Segen für die neuen Räume sprach Landesbischof Gerhard Ulrich gestern bei der Eröffnung aus.
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Den Segen für die neuen Räume sprach Landesbischof Gerhard Ulrich gestern bei der Eröffnung aus.

Für rund 15,7 Millionen Euro hat die Nordkirche wieder ein modernes Zentrum. Noch sind nicht alle Arbeiten erledigt – doch der Einweihungsfeier mit prominenter Besetzung stand nichts im Wege.

shz.de von
17. Januar 2018, 10:44 Uhr

Seinem Vorvorgänger Peter Harry Carstensen hätte es überhaupt nicht gefallen, davon zeigte sich der jetzige Ministerpräsident Daniel Günther überzeugt. Für 13 Uhr war er eingeladen, um zur Eröffnung des erweiterten Landeskirchenamtes (LKA) eine Festrede zu halten. „Ich höre jetzt aber, dass es bereits um 12.30 Uhr Currywurst für alle Gäste gegeben hat“, begann Günther augenzwinkernd. Sein Trost: „Es gibt ja noch Kaffee und Kuchen.“

Wie Landesbischof Gerhard Ulrich sagte, sind noch nicht sämtliche Sanierungs- und Neubau-Arbeiten abgeschlossen. „Aber der größte Teil ist geschafft.“ Mit den neuen Räumlichkeiten zwischen Dänischer Straße und Jensendamm im Kieler Zentrum erhält die vor sechs Jahren vollzogene Fusion der Nordkirche jetzt auch ihr modernes Zentrum.

Ursprünglich waren 13,25 Millionen Euro für die Erweiterung des aus den 50er-Jahren stammenden Zweckbaus vorgesehen. Doch diese Summe ließ sich nicht halten. Schwierigkeiten mit dem Baugrund des auf einem Bunker errichteten Gebäudes und andere Probleme, die sich erst während der Arbeiten herausstellten, bedeuteten Mehrkosten für die Landeskirche. Die Synode genehmigte einen Aufschlag von 18 Prozent auf 15,7 Millionen Euro. Da Schwankungen von maximal 20 Prozent einberechnet waren, blieben die Kosten im geplanten Rahmen.

Peter Unruh, der Präsident des Landeskirchenamtes, zeigte sich froh, dass dieses Limit nicht ausgeschöpft werden musste. Immerhin ist für die 170 Mitarbeiter, die in der modernisierten Kirchen-Zentrale ihre Büros haben, die Zeit der Leckagen und des Wasser-Ausfalls, der fallenden Jalousien und zeitweiligen Dunkelheit vorbei. Ab sofort müssen sie auch nicht mehr auf verschlungenen Wegen ihre mehrfach versetzten Arbeitsplätze suchen. Unruh stellte wie Ulrich fest: „Es hat sich gelohnt.“

Ministerpräsident Daniel Günther, ein bekennender Katholik, lobte: „Hier fühlt man sich zu Hause.“ Er hatte für die Gäste der Eröffnungsfeier gleich eine freudige Botschaft mitgebracht. Anfänglich nämlich habe er dem Reformationstag als offiziellem Feiertag skeptisch gegenübergestanden, mittlerweile könne er sich aber mit diesem Gedanken anfreunden. „Ich wünsche mir, dass wir uns noch dieses Jahr darauf verständigen können.“ Das war eine Belohnung wert. Kaum hatte Günther ausgesprochen, brachte ihm ein Kirchen-Mitarbeiter einen Teller mit Currywurst.

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