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Vision 2020 : Landesgartenschau in neuer Dimension

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kiel will sich um die Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahre 2020 bewerben. Mit einer Machbarkeitsstudie wirbt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer für die Großveranstaltung an der Förde. Er setzt dabei auf millionenschwere Förderung durch das Land, um insbesondere das attraktive MFG-5-Gelände in Holtenau zu modernisieren. Dieses Areal sowie Heikendorf auf dem Ostufer sollen die Schwerpunkte der „Landeswassergartenschau“ werden.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 21:29 Uhr

Die Landeshauptstadt will die Landesgartenschau im Jahre 2020 an die Förde holen. Als ganz eigene „Landeswassergartenschau“ soll die Großveranstaltung nicht nur hunderttausende Gäste in die Region locken und finanziell mindestens mit einer „schwarzen Null“ abschließen. Kiel setzt auch auf millionenschwere Fördergelder vom Land, um im gleichen Zuge das MFG-Gelände in Holtenau für die zivile Nutzung herzurichten. Denn auf diesem früheren Bundeswehrstützpunkt und in Heikendorf auf der gegenüberliegenden Fördeseite soll sich die Gartenschau im Wesentlichen abspielen. Den Organisatoren schwebt ein Pendeldienst per Fähre zwischen Ost und West vor.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Bürgermeister Peter Todeskino stellten gestern die umfangreiche Machbarkeitsstudie vor, die ab sofort als Diskussionsgrundlage dient und schon in der kommenden Woche in den Bauausschuss gelangt. Die Grundsatzentscheidung muss die Ratsversammlung treffen. Die Zeit drängt. Bereits Mitte Februar läuft die Bewerbungsfrist für die landesweite Gartenschau ab. Im weiteren Verlauf des Jahres wird die Landesregierung dann beraten, wer den Zuschlag für die Großveranstaltung erhält.

Angesichts der schlechten Haushaltslage der Stadt will Kämpfer aber nur dann den Hut in den Ring werfen, wenn die finanzielle Unterstützung des Landes gesichert ist. Unrealistisch ist diese Erwartung nicht. Die Stadt Eutin, die nach Schleswig und Norderstedt 2016 die dritte Landesgartenschau ausrichten wird, kalkuliert mit 16 Millionen Euro an Förderung. Speziell mit Blick auf das leergeräumte MFG-5-Gelände – das Herzstück der Exposition – rechnet Kiel mit 60 Millionen Euro an Kosten für die Erstellung einer modernen Infrastruktur und mit nur 40 Millionen Euro an Verkaufserlösen. Dieses „Delta“, wie es Kämpfer nennt, könnte man auf elegante Weise mit der Gartenschau schließen.

Über eine reine Blumen- und Pflanzen-Ausstellung sind die Gartenschauen auch in den anderen Bundesländern längst hinausgewachsen, es geht immer stärker um nachhaltige Stadtentwicklung. Mit Gleisanschluss und Flughafen, mit Autobahnnähe, Hubschrauberlandeplatz und Hafenkai gilt das 80 Hektar große MFG-5-Gelände als bundesweit einmaliges Quartier. Bestens geeignet sowohl für den Bau neuer Wohnungen wie auch für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie.

Kämpfer und Todeskino verstehen das erhoffte prinzipielle Ja zur Landesgartenschau als „Aufbruchsignal“, dem eine ganzes „Feuerwerk“ an Ideen und Vorschlägen folgen könnte. Neben Heikendorf sind insbesondere die Gemeinden Strande und Schwedeneck (Westufer) sowie Mönkeberg, Schönkirchen, Laboe, Stein, Wendtorf, Wisch und Schönberg (Ostufer) eingeladen, die Landeswassergartenschau gemeinsam auf die Beine zu stellen. Der Oberbürgermeister zeigt sich gestern aber äußerst zuversichtlich: „Wenn wir’s nicht hinbekommen, sind wir selber schuld.“


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