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Krach-Mach-tach : Lärm machen für die gute Sache

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Während der Kieler Woche schauen alle auf die Landeshauptstadt. Das nutzen die Veranstalter des Krach-Mach-Tachs für ihr Anliegen: eine Gesellschaft ohne Vorbehalte. Der Krach-Mach-Tach gilt mittlerweile als die größte inklusive Parade Deutschlands.

Hauptsache, es ist laut. Das war gestern das Anliegen der inklusiven Parade zur Kieler Woche. Mit allerlei selbstgebauten Instrumenten, mit bunten Kostümen und eigens gezimmerten Gerätschaften zogen Menschen aus Behinderten-Werkstätten beim „Krach-Mach-Tach“ durch die Kieler Innenstadt. Je mehr Lärm, desto besser. Die Menschen am Straßenrand sollten die Botschaft verstehen: das Werben für eine Gesellschaft, in der behinderte und nicht-behinderte Menschen gleichberechtigt miteinander leben können.

Delegationen aus Lauenburg und Husum waren dabei, ebenso die Lebenshilfe aus Neumünster, die Gehörlosen-Schule in Rendsburg oder die Werkstatt aus Eckernförde. Nicht zu vergessen die Gastgeber von der Stiftung Drachensee, die auch das THW-Maskottchen Hein Daddel zum Mitmachen gewinnen konnten. Insgesamt ein gutes Dutzend Teilnehmer-Organisationen zeigten bei der Demonstration die Vielfalt der Behinderten-Arbeit in Schleswig-Holstein. Der Krach-Mach-Tach wird seit einigen Jahren auf die Beine gestellt und hat sich nach Angaben der Veranstalter mittlerweile zur größten inklusiven Parade in ganz Deutschland gemausert.

Klaus Schlie, Landtagspräsident und Schirmherr des Krach-Mach-Tachs, stellt bei seiner kurzen Rede im Ratsdienergarten fest, „dass wir uns alle auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft befinden“. Doch es bleibt noch eine Menge zu tun, mahnten etwa der Landesbeauftragte Uli Hase und Kiels Stadtrat für Soziales, Gerwin Stöcken. Sportvereine beispielsweise sollten sich stärker um die Aufnahme gehandicapter Menschen in ihre „normalen“ Mannschaften bemühen, es müssten keine speziellen Behindertenteams eingerichtet werden.

Von den Mühen der Inklusion wussten auch die Lebenshilfe-Teilnehmer aus Neumünster zu berichten. Ihr überdimensioniertes Hamster-Laufrad – in dem sich die FSJlerin Cosima Hartmann abstrampelte – überzeugte übrigens die Jury bei der Suche nach den originellsten Beiträgen. 1000 Euro gab’s als ersten Preis – und die Gewissheit, wieder einmal lautstark für die Inklusion geworben zu haben.  

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erstellt am 23.Jun.2017 | 18:47 Uhr

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